Gastbeitrag

Was Klaus Wowereit Hertha BSC wünscht

Der Regierende Bürgermeister gratuliert nicht nur dem nun wieder erstklassigen Team von Trainer Luhukay. Auch Eisbären und BR Volleys machten den Sonntag zum Traumtag für die Sportmetropole Berlin.

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Das war ein Traumtag für die Sportmetropole Berlin: Der Berliner Fußball ist wieder erstklassig und die Eisbären sind zum dritten Mal in Folge deutscher Eishockeymeister. Großer Glückwunsch dazu!

Hertha BSC hat den Aufstieg innerhalb nur einer Saison geschafft. Ich gratuliere den Spielern, aber besonders Trainer Jos Luhukay, der großen Anteil am Erfolg hat. Hertha rückt damit wieder dorthin auf, wo Berlin in so vielen Sportarten steht: in die Erstklassigkeit. Und das fulminante Meisterstück der Eisbären darf da für alle Ansporn sein.

Das Eishockeyteam hat sich nach einer durchwachsenen Saison in den Play-offs toll gesteigert, hat mutig gekämpft und am Ende auch hervorragend gespielt. Ganz Berlin freut sich über diesen riesigen Erfolg.

Und drückt den Volleys weiter die Daumen, denn auch die Verteidigung der deutschen Volleyballmeisterschaft ist nach dem Sieg im ersten Finalspiel jetzt zum Greifen nah.

An solchen Tagen wird besonders spürbar, dass sportliche Erfolge nicht nur für die vielen Fans eine riesige Freude sind, sondern für ganz Berlin. Im Fußball war es nun wirklich nicht schön, dass unsere Stadt als einzige europäische Hauptstadt keinen Verein in der obersten nationalen Spielklasse hatte. Das haben übrigens auch viele Leute außerhalb unserer Stadt so gesehen. Es war schon bemerkenswert, wie Amtskollegen aus anderen deutschen Städten ihr Bedauern darüber geäußert haben. Umso faszinierender war es, zu erleben, dass die Berliner Fans die Mannschaft nie im Stich gelassen haben.

Jetzt nicht übermütig werden

Jetzt kommt es für Hertha darauf an, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, langfristig im Oberhaus zu bleiben. Natürlich sollten wir – gerade angesichts des Erfolgs im Eishockey – nicht übermütig sein und nur noch Meistertitel als große Leistung akzeptieren. Aber als mittelfristige Perspektive wünsche ich mir schon, dass Hertha BSC in der Bundesliga bald wieder oben mitspielen kann. Und natürlich auch, dass Union Berlin seine positive Entwicklung fortsetzt. Berlin verträgt auch zwei Bundesligisten.

Unsere Stadt ist in den vergangenen Jahren noch einmal um einiges attraktiver geworden. Für die Spieler und vor allem die mitreisenden Fans der Gastmannschaften ist es immer interessant, zu einem Spiel nach Berlin zu kommen. Was für den Pokal gilt, ist auch im Ligafußball ein Faktor: die Strahlkraft des Slogans „Wir fahren nach Berlin!“ Ich freue mich jetzt auf die Bundesligaatmosphäre in einem vollen Olympiastadion. Auf tolle Stimmung und – hoffentlich – auf herausragende Spiele.

Was die Sportmetropole Berlin ausmacht

Das wird dem Berliner Fußball insgesamt neuen Auftrieb geben, auch den vielen Mädchen und Jungs in den Kinder- und Jugendmannschaften, die jetzt wieder Berliner Idolen aus der Bundesliga nacheifern können. Und auch das war eine große Leistung des Vereins in den vergangenen Jahren: Hertha hat sich sehr für den Jugendfußball in der Stadt engagiert. Der Verein hat im besten Sinne für Fußball als einen sozialen Sport geworben, der junge Menschen zusammenführt, auch wenn ihre Lebenswelten sonst sehr unterschiedlich sein mögen.

Das ist es, was besonders gut zu Berlin passt. Zu unserer dynamischen, sich ständig verändernden Metropole, in der unterschiedliche Talente nebeneinander zur Geltung kommen. Zu einer Stadt auch, in der die großen Profiklubs aus den unterschiedlichen Mannschaftssportarten untereinander mit einer vorbildlichen Zusammenarbeit begonnen haben. Hertha und Union sind mit dabei, die Eisbären und die Volleys und viele andere. In dem Bewusstsein, dass unsere Spitzenmannschaften immer auch für ein gutes Stück Berlin stehen.

Das macht heute die Sportmetropole Berlin aus: Zusammenhalt und Offenheit, gleichzeitig Fairness, Ehrgeiz und Erfolg. Die Fans sind dabei immer ein Schlüsselfaktor, und sie werden bei Hertha nach der Zweitliga-Zeit nun erst recht in der Ersten Liga mit dem ganzen Herzen mitfiebern, selbst wenn es vielleicht mal nicht optimal läuft.

Ich wünsche Hertha eine gute Vorbereitung auf die nächste Saison, eine glückliche Hand für die bevorstehenden strategischen Entscheidungen beispielsweise bei Neuverpflichtungen und sportlichen Erfolg in der Bundesliga. Und ich wünsche den Eisbären, dass sie ihre Erfolgsserie weiter fortsetzen.