Morgenpost Online: Herr Risi, was verhindert Ihren Start beim 99. Berliner Sechstagerennen?

Bruno Risi: Es hat ein finanzielles Angebot der Veranstalter gegeben und es hat meine Vorstellungen zu diesem Thema gegeben. Beide gingen nicht zusammen.

Morgenpost Online: Man kann miteinander verhandeln.

Risi: Die Ausgangslage war offen und klar. Aber die Vorstellungen waren zu unterschiedlich. Ich empfand das Angebot als nicht akzeptabel. In Berlin hatte man eine andere Philosophie.

Morgenpost Online: Man setzt hier auf die künftigen Stars und man muss die allgemein schwächere Wirtschaftslage berücksichtigen.

Risi: Das ist eine Angelegenheit von Heinz Seesing und seinen Mitarbeitern. Da werde ich mich nicht einmischen. Sie tragen für das Rennen die Verantwortung. Ich stehe trotzdem zu meinen Gagenforderungen. Jeder meiner Kollegen ist für sich allein verantwortlich. Ein Rennen ist so gut, wie das was auf der Bahn abgeht. Ich bin mit meinen Leistungen in Berlin zufrieden. Es gab auch nie Kritik. Künftige Fahrer werden auch weiter an ihren Leistungen gemessen, wenn es ums Geld geht.

Morgenpost Online: In Berlin legt man Wert auf die Feststellung, dass das Rennen der „Star“ sei, die Fahrer eingeladen werden.

Risi: Ich will nach so vielen guten Jahren keine schmutzige Wäsche waschen. Aber noch mal: ein Sechstagerennen ist so gut, wie es die Fahrer auf der Bahn gestalten. Daran wird sich nie etwas ändern. Je besser die Fahrer sind, je teurer sind sie.

Morgenpost Online: Blenden wir 2010 einmal aus. Was dominiert in Ihren Erinnerungen an die Rennen in Berlin?

Risi: Eine super Bahn in einer super Halle. Ein begeisterungsfähiges Publikum mit viel Spaß am Sport. Als wir das erste Mal in der neuen Halle gefahren sind, war sofort eine tolle Stimmung da. Und das für sechs Tage. Jeder Abend war wie ein Fest.