Radsport

Sieger Bartko und Kluge mit Jubel-Party gefeiert

Die Sieger erleichtert, das Publikum verzückt, die Veranstalter zufrieden: Mit einem Husarenritt am letzten Abend haben Robert Bartko und Roger Kluge die Berliner Sixdays gewonnen und damit für einen krönenden Abschluss des 100. Bahnradrennens gesorgt.

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Der Doppelolympiasieger Robert Bartko aus Potsdam und Europameister Roger Kluge aus Cottbus und haben das 100. Berliner Sechstagerennen gewonnen.

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Das hat es in den 100. Ausgaben des Berliner Sechstagerennens noch nicht gegeben. Robert Bartko, Dienstagnacht gerade an der Seite des bärenstarken Roger Kluge auf die höchste Stufe des Siegertreppchens geklettert, äußerte zuerst eine Bitte, statt die obligatorische Rennanalyse abzugeben. „Darf ich die Halle noch einmal hören?“, fragte der 35-jährige Potsdamer. Und er hörte die Halle. Rund 12.000 Menschen standen auf Stühlen und Bänken, jubelten, pfiffen, klatschten und wiegten sich im Takt der Musik.

Mit seiner Frage, mit der Bartko bewiesen hatte wie gut er die eigenen und die Zuschauer-Emotionen in Einklang bringen kann, gab der zweimalige Olympiasieger auch ungewollt eine Antwort darauf, was das Berliner Sechstagerennen derzeit so einmalig macht. Es gibt bei den Eintritt zahlenden Menschen kein Akzeptanzproblem. Die Dopinglast, die der Radsport trägt, war allenfalls Randnotiz.

Bartko/Kluge hatten sich beim Jubiläumsrennen mit 315 Punkten vor den rundengleichen Weltmeistern Leigh Howard/Cameron Meyer (Australien/208) und den Vorjahressiegern Alex Rasmussen und Michael Mörköv (278) durchgesetzt, wobei die Dänen eine Runde Rückstand aufwiesen. Dem klaren Punktestand zum Trotz war es in der Finaljagd für eine kurze Zeit eng geworden für die Lokalmatadore. 18 Runden vor Schluss konnten die Australier einen Rundengewinn verbuchen. „Ich bin fast verrückt geworden in dem Moment. Aber wir haben die Ruhe bewahrt“, sagte Bartko. Erst acht Runden vor dem Ende hatten sich Bartko/Kluge zurückgerundet. „Der Druck war enorm. Ich bin jetzt einfach nur happy. Die Zuschauer haben uns zum Sieg getragen“, sagte Bartko: „Die Stimmung war einmalig. Das habe ich so noch nie gesehen. Das ist einmalig auf der Welt.“

In den Rahmenwettbewerben der Steher und Sprinter gab es einen Favoritensieg und einen Außenseitererfolg. Während sich Vorjahressieger Timo Scholz (Leipzig) hinter den beliebten Steher-Motorrädern erneut als bester Fahrer erwies, sicherte sich bei den Sprintern der in Berlin trainierende Robert Förstemann den Siegerkranz vor dem in Berlin geborenen Titelverteidiger Maximilian Levy.

Auch die Veranstalter zogen ein positives Fazit. „Wir haben uns im Vorfeld Ziele gesetzt. Wir wollten ein erstklassiges Fahrerfeld, eine Top-Show und darüber hinaus ein gutes Ambiente. Diese Ziele sind jetzt erreicht worden“, sagte Geschäftsführer Heinrich Seesing, der sich über rund 70.000 Zuschauer freuen konnte.