Joshua Kimmich erlangte am Donnerstagabend zumindest die Erkenntnis, dass er nur im fußballerischen Sinne zur älteren Generation zählt. Zwei Plätze neben dem 31-Jährigen hatte Schlagersänger Heino (87) auf der Tribüne der Allianz Arena Platz genommen – und die Gelegenheit genutzt, mit dem DFB-Kapitän während des 2:0-Erfolgs gegen Serbien ein Erinnerungsfoto zu machen.

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Mehrfach hatte Kimmich Jürgen Klopp zuvor darum gebeten, auch zum zweiten Kader dieser langen Länderspielpause zu zählen. Doch der Bundestrainer blieb hart. Kloppte fragte sich, wie sich die jungen Spieler machen würden, wenn etablierte Leitwölfe wie Kimmich nicht dabei sind. Die Antwort: verdammt gut.

DFB-Team: Junge Generation macht Druck im Mittelfeld

Als Kimmich nach dem Abpfiff direkt den Weg in die Kabine suchte – jetzt durfte er ja – dürfte er vor allem seine Münchner Teamkollegen Aleksandar Pavlovic (22) und Tom Bischof (21) beglückwünscht haben.

Im zentralen Mittelfeld hatte die aufstrebende DFB-Generation gemeinsam mit Liverpool-Star Florian Wirtz (23) überragt. Ganz im Gegensatz zu Kimmich und Felix Nmecha (25), die wenige Tage zuvor beim 0:1 gegen Griechenland zu den schwächsten Spielern auf dem Platz gezählt hatten.

Torwart Urbig spricht von „Wahnsinns-Verbindung“

Torwart-Debütant Jonas Urbig lobte seine Bayern-Kollegen Bischof und Pavlovic. „Mit Florian war das eine Wahnsinns-Verbindung nach vorne.“ Diese „Wahnsinns-Verbindung“ produzierte 19 Flanken, zwölf Ecken, 32 Torschüsse und 3,81 Expected Goals. Dementsprechend verdient war es auch, dass sowohl Bischof als auch Wirtz die deutschen Tore erzielten.

Als „eines der wichtigsten Spiele“ seiner Karriere bezeichnete der von der U21 aufgerückte Bischof diesen Abend. „Jeder sieht, was wir für Spieler hier haben. Im ersten Kader waren brutale Spieler dabei, jetzt auch. Deswegen freue ich mich auf die Zukunft.“ Der Konkurrenzkampf im zentralen Mittelfeld zeichnete das DFB-Team schon in den vergangenen Jahren aus, nun ist er aber noch einmal größer geworden.

Germany v Serbia - UEFA Nations League 2026/27 Group A2 MD3
Florian Wirtz erzielte in der zweiten Halbzeit das 2:0, nachdem er seinen Gegenspieler mit einem Ballkontakt düpiert hatte.© Getty Images | Alexander Hassenstein

„Genau das brauchen wir“, sagte Bischof. „Diesen Konkurrenzkampf erlebe ich bei Bayern und jetzt auch hier. Der bringt uns ans Leistungslimit.“ Im Vergleich zum ideenlosen Griechenland-Spiel wirkte es, als spielten Bischof, Pavlovic und Wirtz besonders gerne zusammen. „Pavlo ist ein sehr guter Kicker, das hat man gesehen. Auch Flo, der versteht einfach den Fußball. Wir drei haben uns heute gut verstanden und es hat einfach Spaß gemacht“, sagte Bischof.

Wirtz führte mehrere Einzelgespräche mit Klopp

Wirtz, der zur zweiten Halbzeit die Kapitänsbinde von Serge Gnabry übernahm, berichtete zudem von mehreren Einzelgesprächen, die Klopp mit ihm geführt hatte. Nach schwierigen Monaten in Liverpool scheint ihn die Luftveränderung beim DFB zu beflügeln. „Es geht auf jeden Fall in die richtige Richtung“, sagte er.

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Inmitten der allgemeinen Begeisterung über das junge deutsche Mittelfeldtrio insistierte nur einer: Bundestrainer Klopp. Auf die Frage, inwiefern Wirtz vom Zusammenspiel mit Pavlovic und Bischof profitiere, reagierte er fast schon gereizt. „Flo Wirtz braucht nicht bestimmte Spieler, die mit ihm zusammenspielen. Sondern die Art und Weise, wie wir spielen, passt zu ihm“, sagte Klopp.

Bei dem Lied, dass Kimmich möglicherweise weniger zu Wirtz passe, könne er „leider nicht mitsingen“, so Klopp. Genauso wenig wie Heino, dessen Tribünenbekanntschaft mit Kimmich eine Ausnahme gewesen sein dürfte.