Drittes Länderspiel unter Bundestrainer Jürgen Klopp – und endlich der erste Sieg. Mit vier FC-Bayern-Profis in der Startelf, darunter Debütant Jonas Urbig im Tor, schlägt die deutsche Nationalmannschaft die Auswahl von Serbien mit 2:0 (1:0). Acht Kilometer Luftlinie vom Oktoberfest entfernt wurde ein Fußballfest gefeiert. Die Einzelkritik.

Deutschland – Serbien: Das DFB-Team in der Einzelkritik

Jonas Urbig: Wartete teilweise länger auf einen Ballkontakt als so mancher Wiesn-Besucher auf den Festzelt-Einlass. Nur einmal unterlief dem Debütanten ein Fehlpass. In der zweiten Halbzeit da, wenn er gefordert war. Note: 3.

Philipp Treu: Durfte unerwarteterweise länger beim DFB-Team bleiben – und schließlich auch noch mal von Anfang an spielen. Und mit seiner starken Leistung ließ der zweikampf-, lauf- und spielstarke Profi auch keinen Zweifel daran, dass er dies künftig häufiger tun wird. Note: 2.

Donnerstag

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Malick Thiaw: Sorgte mit seinem souveränen und im Spielaufbau mutigen Auftritt dafür, dass kaum jemand den verletzten Nico Schlotterbeck vermisste. Note: 2.

Waldemar Anton: Bis auf ein paar ganz kleine Konzentrationsschwächen gewohnt souverän. Reicht das auch für einen Startelfplatz, wenn der Kader wieder kleiner ist? Unklar. Note: 2,5.

Maximilian Mittelstädt: Der Linksverteidiger profitierte vom dynamischen Spiel seiner Nebenleute. Und mit dem Pass zum 2:0 fügte er sich passend ein. Note: 2.

Torschütze Bischof erobert sich das Lebkuchenherz des Publikums

Tom Bischof (bis 77.): Verdiente sich nicht nur durch sein Tor die Bestnote. Überall zu sehen, torgefährlich und mannschaftsdienlich. Eroberte das Lebkuchenherz des Publikums – und wurde mit Sonderapplaus ausgewechselt. Note: 1,5.

Mika Baur (ab 77.): Erstes Spiel, erster Titel: der 1000. Debütant der DFB‑Historie. Fügte sich gut ein.

Aleksandar Pavlovic (bis 88.): Dass von der Mittelfeld-Lethargie des Griechenland-Spiels nichts zu sehen war, lag auch an ihm. Liebt den Ball so sehr wie Markus Söder sein Oktoberfest-Hendl. Note: 2.

Vitaly Janelt (ab 88.): Dürfte nach seinem Debüt darauf hoffen, sich am Sonntag in Griechenland länger zeigen zu dürfen.

Serge Gnabry (bis 45.): Vertrat Kumpel Joshua Kimmich als Kapitän. Mit vielen Läufen und Pässen in die Tiefe, dabei aber nicht immer erfolgreich. Einmal hätte er querlegen, einmal tiefer stehen müssen – ansonsten machte er seine Sache aber sehr vernünftig. Note: 3.

Said El Mala (ab 46.): Kam schon zur Pause zu seinem Debüt, forderte viele Bälle, traute sich viel zu, leistete sich aber auch ein paar Ballverluste. Note: 3.

Weltklasse-Bewegungen und ein Tor von Florian Wirtz

Football: UEFA Nations League - League A day 3: Group 2 Germany v Serbia
Bärenumarmung. Bundestrainer Jürgen Klopp ist mit der Leistung von Florian Wirtz erkennbar einverstanden.© AFP | Hildenbrand

Florian Wirtz: Schickte die serbischen Verteidiger mehrfach in die Wiesn-Achterbahn. Weltklasse-Bewegungen vor beiden Treffern, wirkte im Laufe des Spiels auch immer befreiter. Note: 1,5.

Derry Scherhant (bis 77.): Der Debütant aus Freiburg ließ Klopps Worten („Der Junge hat ein Riesentempo, eine gute Technik und ein Riesenherz“) Taten folgen, leitete anfangs mit seinen Übersteigern und Flanken gleich mehrere Chancen ein. Note: 2.

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Bambasé Conté (ab 77.): Hatte binnen einer Viertelstunde deutlich mehr Abschlüsse als bei seinem Startelfeinsatz am Donnerstag gegen Griechenland. Gut.

Nick Woltemade: Zweikampfstark, aber im Abschluss glücklos

Nick Woltemade (bis 76.): Bei Newcastle United wurde „Big Nick“ einst gefeiert, dann kritisiert und zu Juventus Turin abgegeben. Groß waren an diesem Abend seine Einsatzbereitschaft, aber auch seine vergebenen Chancen. Dafür gewann er, vielleicht ja wegen der italienischen Zweikampfschule, viele Zweikämpfe. Note: 3,5.

Jonathan Burkardt (ab 76.): Ohne große Torgelegenheit.