- Die Nachricht vom plötzlichen Tod von Hertha-Präsident Kay Bernstein sorgte nicht nur bei Fußball-Fans für Entsetzen
- Am Dienstag wachte Bernstein nicht mehr aus dem Schlaf auf: Bernstein wurde nur 43 Jahre alt
- Unterdessen läuft die Suche nach der Todesursache, Fans sind in großer Trauer
Es ist ein Schock für Hertha BSC: Präsident Kay Bernstein ist tot. Wie der Berliner Fußball-Zweitligist am Dienstag mitteilte, verstarb der 43-Jährige „unerwartet“. „Der gesamte Verein, seine Gremien und Mitarbeitenden sind fassungslos und zutiefst bestürzt“, hieß es in einer Vereinsmitteilung. Die Todesursache ist bislang unklar. Nach „Morgenpost“-Informationen ging Bernstein am Montag gegen 23 Uhr zu Bett und wachte am nächsten Morgen nicht wieder auf. Wie die „BZ“ berichtet, habe seine Frau die Feuerwehr alarmiert.
Nach dem Tod des Hertha-Präsidenten leitete die Brandenburger Polizei ein Todesermittlungsverfahren ein. Das berichtete der Tagesspiegel. „Es gibt wie üblich Todesermittlungsverfahren, wenn die Todesursache unklar ist“, sagte eine Polizeisprecherin. Lesen Sie in diesem Artikel die neuen Entwicklungen vom 17. Januar:Nach Tod von Kay Bernstein - Obduktion der Leiche angeordnet.
„Hinweise auf einen Suizid oder Fremdeinwirkungen liegen derzeit nicht vor. Gleichwohl gibt es Ermittlungen, das Verfahren läuft“, erklärte sie weiter. „Die Staatsanwaltschaft wird über die weiteren Maßnahmen zur Aufklärung der Todesursache entscheiden.“ Dazu zählt bei unklarer Todesursache in der Regel eine Obduktion des Leichnams. Bernstein lebte mit seiner Familie in Hoppegarten (Märkisch-Oderland) kurz hinter Berlins östlicher Stadtgrenze. Lesen Sie hier: Wie geht es nach Bernstein-Tod bei Hertha BSC nun weiter?
Kay Bernstein wurde 2022 Hertha-Präsident
Im Juni 2022 war Bernstein zum Präsidenten des Hauptstadtklubs gewählt worden – mit Rückendeckung der Ultra-Szene, der er als Mitbegründer der Harlekins viele Jahre angehörte. Sein Ziel war es, den Verein nach Jahren der Misswirtschaft wieder zusammenzuführen. Bernstein äußerte immer wieder auch Kritik am System Profifußball. So forderte er beispielsweise eine Minimierung der Abhängigkeit von TV-Geldern. Für das Thema Gehaltsobergrenze machte er ebenso Werbung wie für eine Rückkehr zur Kern-Anstoßzeit am Samstag um 15.30 Uhr und Maßnahmen gegen ausufernde Beraterhonorare.
Hertha-Präsident Kay Bernstein mit 43 gestorben
Kay Bernstein ist tot: Beileidsbekundungen aus ganz Deutschland
Bernsteins Tod trifft die gesamte Hertha-Familie. Unter dem Post, den die Berliner am Dienstagmittag absetzten, schrieben viele ihre Beileids-Bekundungen. Entsetzen und tiefe Trauer machten sich breit. Auch viele Bundesliga- und Zweitliga-Klubs kondolierten. Kay Bernstein hinterlässt eine Frau und eine Tochter.
- Schock-Nachricht: Hertha-Präsident Kay Bernstein ist tot
- Ermittlungen:Nach Tod von Kay Bernstein - Leiche wird obduziert
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Fußball-Deutschland reagierte mit Bestürzung. „Der FC Bayern ist in Trauer vereint mit der gesamten Fußball-Familie um Kay Bernstein. Unsere Gedanken sind bei der Familie, den Angehörigen, Wegbegleitern sowie seinem Verein Hertha BSC“, sagte Bayern Münchens Präsident Herbert Hainer. Borussia Dortmund kondolierte ebenfalls bei X, vormals Twitter: „Was für eine schockierende Nachricht – unfassbar. Unser Mitgefühl gilt der Familie, allen Freunden und Angehörigen. Viel Kraft Euch in dieser Zeit.“
Bernstein übernahm Präsidenten-Amt in schwierigen Zeiten
Bernstein hatte das Präsidenten-Amt bei Hertha in schwierigen Zeiten übernommen. Nur Monate nach seiner Wahl stieg Investor Lars Windhorst nach zahlreichen Eklats aus, die sportliche Talfahrt hielt an und gipfelte im Bundesliga-Abstieg vergangenen Sommer.
Kay Bernstein
Kay Bernstein wurde 1980 in Marienberg in der DDR geboren. Er wuchs erst in Dresden auf, 1988 zog die Familie nach Berlin-Marzahn. Nachdem er in der achten Klasse zweimal sitzen blieb, gelang ihm später der Realschulabschluss. Er machte eine Ausbildung zum Elektroinstallateur, arbeitete später als Industriemechaniker. 2004 folgte ein Volontariat beim Radio, ehe er 2010 seine eigene Event- und Kommunikationsagentur „Team Bernstein“ gründete. Anfang der 90er-Jahre entdeckte Kay Bernstein seine Liebe zu Hertha, gründete 1998 die Ultragruppe Harlekins mit, war deren Vorsänger und verpasste kaum ein Hertha-Spiel. Im Mai 2022 machte er sich für einen Neuanfang beim Hauptstadtklub stark, startete die Initiative WirHerthaner und wurde am 26. Juni zum Präsidenten von Hertha BSC gewählt.
Seine größte Baustelle war jedoch die Konsolidierung des Sanierungsfalls Hertha BSC, dessen Zweitliga-Lizenz lange in Gefahr gewesen war. Und jüngst hatten sich erste Erfolge eingestellt. Bernsteins Sparkurs griff, überteuerte Stars verließen Berlin und die Mannschaft von Trainer Pal Dardai schaffte mit jungen Spielern wie Fabian Reese nach Startschwierigkeiten wieder den Anschluss an die Aufstiegsränge. Am Silvestertag wandte sich Bernstein letztmals und voller Hoffnung für das neue Jahr an die Hertha-Fans: „Mein Wunsch für 2024: Lasst uns diese Gemeinschaft pflegen und stärken, um daraus Kraft zu gewinnen, die uns nicht nur träumen, sondern auch Ziele erreichen lässt“, sagte Bernstein.
mit Material von dpa und sid







