Weltmeisterschaft

2000 Fans feiern das deutsche Handball-Team

Der WM-Gastgeber bekommt beim ersten Training im Sportforum einen Vorgeschmack darauf, was ihn bei den Spielen in Berlin erwartet.

Nationaltorwart Silvio Heinevetter ist auch beim Training im Sportforum voll fokussiert

Nationaltorwart Silvio Heinevetter ist auch beim Training im Sportforum voll fokussiert

Foto: Soeren Stache / dpa

Berlin.  Eigentlich hatte sich Silvio Heinevetter nichts sehnlicher gewünscht, als „eine ordentliche Partie Fußball beim Training in Berlin“ zu spielen. Es kam anders, als der Torhüter der Füchse Berlin im Dress der Handball-Nationalmannschaft am Dienstag im Sportforum auflief. Erstes Training in der Hauptstadt, laute Musik, 2000 Zuschauer auf den Rängen – nur einen Fußball bekam Heinevetter nicht zu sehen.

Handbälle wurden auf sein Tor gefeuert. Lockeres Aufwärmen, Liegestütz, Sprints und Torwürfe standen nach dem Teamfoto auf dem Programm von Bundestrainer Christian Prokop. „Hendrik Pekeler“, „Paul Drux“, „Fabian Wiede“, verkündete der Hallensprecher die Torschützen, als das Team im Vier gegen Vier an schnellen Abschlussvarianten arbeitete. Ein Schlenzer hier, ein Aufsetzer dort – ein bisschen tricksen wollten die Handballer auch. Das Publikum applaudierte.

„Ich freue mich für die Mannschaft, das ist für alle eine tolle Erfahrung“, sagte Bob Hanning. Der Füchse-Manager und Vizepräsident des Deutschen Handballbundes beobachtete das Geschehen mit einem zufriedenen Lächeln. „Jetzt bekommen wir einen Vorgeschmack, was am Donnerstag beim Eröffnungsspiel gegen Korea auf uns zukommt. Grandios, dass in Berlin eine solche Handballbegeisterung herrscht.“

Bundestrainer Prokop ist beeindruckt

Sichtlich beeindruckt zeigte sich auch Prokop. Der Bundestrainer ignorierte häufig die Tatsache, dass es sich mehr um eine nette Veranstaltung für die Zuschauer handelte. Er nahm Spieler zur Seite, gab Tipps und griff in die Übungen ein. „Wir haben ein halbes Jahr auf diese WM hingearbeitet. Wir zählen nicht zu den Topfavoriten, aber wenn das Publikum uns 60 Minuten unterstützt, dann ist der Weg ins Halbfinale möglich“, sagte Prokop.

50 Minuten wurde geschwitzt, dann gab es eine ebenso lange Gelegenheit für die Fans, Autogramme zu sammeln. „So etwas wünscht sich doch jeder Handballer”, sagte Kapitän Uwe Gensheimer, während Füchse-Nationalspieler Paul Drux den Abend plante: „Autogramme schreiben, dann ab ins Hotel, Essen und in die Sauna zum Entspannen.“

Die Einnahmen aus dem Eintrittsgeld (zwei Euro pro Person) für das öffentliche Training kommen dem Projekt „Sport schafft sichere Schulen in Hanoi“ in Vietnam zugute.