Handball

Wiede vor Handball-WM: "Sind natürlich besonders motiviert"

Drei Spieler der Füchse freuen sich auf besondere Heimspiele. Ein Großteil der Tickets ist bereits verkauft.

Füchse-Spieler Fabian Wiede freut sich auf die WM-Spiele in Berlin

Füchse-Spieler Fabian Wiede freut sich auf die WM-Spiele in Berlin

Foto: pa

Berlin.  Paul Drux hat noch lebhafte Erinnerungen an die Handball-WM 2007 in Deutschland. Damals erlebte der Nationalspieler der Füchse Berlin als 12-Jähriger den Titelgewinn des DHB-Team mit. «Da war richtig viel los», sagte der gebürtige Gummersbacher. Die Nationalmannschaft wohnte und trainiert in der Gummersbacher Nachbargemeinde Wiehl. «Mit meinen Kumpels wollten wir jeden Tag in die Halle gehen und zuschauen», erzählte der 23-Jährige. Elf Jahre später könnte der linke Rückraumspieler der Füchse als Aktiver bei der Heim-WM in Deutschland dabei sein.

WM-Start gegen Kroatien

Am 10. Januar startet das DHB-Team gegen Kroatien in das Turnier. Alle fünf Vorrunden-Partien des Teams von Bundestrainer Christian Prokop finden in der Berliner Arena am Ostbahnhof statt. Für Drux und seinen Berliner Teamkameraden Fabian Wiede wäre dies ein Heimspiel in ihrer Handball-Heimat. «Wir sind natürlich besonders motiviert, weil man sowas nur einmal in der Karriere erleben wird», sagte Wiede.

Wiede und Drux, die beiden Vorzeige-Jungstars der Füchse, gehören zum vorläufigen 18-Mann-Aufgebot. Erst nach dem letzten Test am 6. Januar gegen Argentinien möchte Prokop seinen endgültigen 16 Spieler umfassenden Kader bekannt geben. Drux meinte zwar, «dass ich zu den Wackelkandidaten gehöre. Aufgrund meiner vorausgegangenen Verletzung kann ich das verstehen». Doch er und gerade Wiede als Linkshänder sind kaum aus dem Team wegzudenken. Füchse-Torhüter Silvio Heinevetter hat seinen Platz als Nummer zwei hinter Andreas Wolff vom THW Kiel sicher.

Den Spielen in Berlin misst das Füchse-Duo eine große Bedeutung bei

«Wenn wir jetzt in der hoffentlich ausverkauften Halle in Berlin spielen und als Team das Gefühl rüber bringen, dass wir wollen, dann kann mit den Fans im Rücken etwas unheimlich Cooles geschaffen werden», sagte Drux. Wiede, der nur ein Jahr älter als Drux ist, meinte: «Wenn wir mit den Fans im Rücken zusammen auf einer Welle der Euphorie schwimmen, ist viel möglich». Er hofft, dass die DHB-Mannschaft alle Punkte aus der Vorrunde mit in die Hauptrunde nimmt. Wiede rechnet mindestens mit dem Halbfinaleinzug.

Um den Erfolg der Heim-WM von 2007 zu wiederholen, sind nicht nur die Spieler auf dem Feld, sondern auch die Mitglieder des Organisations-Teams im Hintergrund gefragt. Matthias Auth, Cheforganisator der fünf Vorrunden-Spiele des deutschen Teams in Berlin, zog zwei Wochen vor dem Start ein positives Fazit. «Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind wir sehr zufrieden», sagte er. Die insgesamt 15 Vorrundenspiele am Standort Berlin seien zu mehr als 90 Prozent ausgelastet.

Auth strich die gute Zusammenarbeit zwischen dem Deutschen Handball-Bund und der Mercedes Benz-Arena als Austragungsort heraus. Der Berliner OK-Chef vergaß aber auch nicht, die Wichtigkeit der freiwilligen Helfer zu erwähnen. 250 Volontiers helfen mit, in der Arena aber auch außerhalb in der Fan-Zone, in den Hotels und als Fahrdienst für einen möglichst reibungslosen Ablauf zu sorgen. «Das ist eine wunderbare Geschichte», lobte Auth die Bereitschaft der Helfer, ohne Bezahlung mit anzupacken.

Auf der Fan-Zone unmittelbar neben der Arena wird es für die Anhänger aus aller Welt ein abwechslungsreiches Programm geben. So werden ausgesuchte Berliner Grundschüler in den Trikots aller Teilnehmerländer eine Mini-WM ausspielen. Das Thema Nachhaltigkeit bei so einer großen Veranstaltung werde in Symposien genauso behandelt wie die Förderung des Jugend-Ehrenamtes in den Vereinen. «Es geht auch darum, sich Gedanken zu machen, was ich für die Gesellschaft tun kann. Und was eine WM der Bevölkerung und dem Handball in Berlin bringt», sagte Auth.

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