Mit ihm hatte eigentlich keiner gerechnet! Der Kenianer Erick Kiptanui gewinnt den 38. Berliner Halbmarathon - und das mit einem Streckenrekord. Kiptanui lief die 21,0975 Kilometer in 58:42 Minuten. Den letzten Streckenrekord gab es 2007 (58:56 Minuten). Der Weltrekord liegt bei 58:23 Minuten.

Der Kenianer: „Ich hatte von Anfang an den Plan auf Weltrekordkurs zu liegen.“ Und damit lag er gar nicht so falsch. Um den Potsdamer Platz herum, bestätigte ihm Sportdirektor Mark Milde eine annähernde Weltrekordgeschwindigkeit. Der Wind hat diesen dann aber dennoch verhindert. „Ich bin vorher nie in Berlin gelaufen. Aber ich habe in meiner Heimat trainiert und wusste, ich kann es schaffen“, berichtete Kiptanui. Eigentlich ist Kiptanui auch Bahnläufer, trainiert wird er von Marathonspitzencoach Renato Canova. In Kenia lief er bereits eine Topgeschwindigkeit von 3:36 Minuten auf 1500 Metern und über 2000 Höhenmetern.

Zwar kein Weltrekord, aber trotzdem hat Kiptanui es den Favoriten gezeigt! Er rannte ihnen davon. Vorjahressieger Gilbert Masai und Richard Mengich (Sieger von 2016) hatten keine Chance. Aber trotzdem waren sie vorne dabei. Mengich rannte auf den dritten Platz (60:36 Minuten) und Masai (60:38 Minuten) auf den vierten. Auf den zweiten Platz kam Emmanuel Kiprono (60:30 Minuten).

Bester Deutscher wird Tesfaye

Homiyu Tesfaye lief Jahres-Weltbestzeit (62:13 Minuten). Doch den angestrebten deutschen Rekord beim Halbmarathon verpasste. Der Mittelstreckenspezialist aus Frankfurt kam als bester Deutscher nach 62:13 Minuten als Achter ins Ziel und blieb dabei noch über seiner Zeit von Den Haag im März (61:20). Die deutsche Bestmarke hält Carsten Eich, der 1993 in Berlin in 60:34 Minuten gewann

Bei den Frauen lief vieles wie erwartet: Die Äthiopierin Kejeta Melat gewann mit 69:04 Minuten. Zweite wurde Martina Strähl (69:30, Dritte Anne-Mari Hyryläinen (71:04).

Die schönsten Momente des Halbmarathons

Die Läufer starten an der Karl-Marx-Allee
Die Läufer starten an der Karl-Marx-Allee© pa
Die Handbiker sind flott unterwegs
Die Handbiker sind flott unterwegs
Die Läufer laufen bei schönstem Wetter am Berliner Dom vorbei
Die Läufer laufen bei schönstem Wetter am Berliner Dom vorbei© pa
Bei Sonnenschein geht es die Straße des 17. Juni entlang
Bei Sonnenschein geht es die Straße des 17. Juni entlang© Maurizio Gambarini
Erick Kiptanui (M) aus Kenia gewinnt den Berliner Halbmarathon
Erick Kiptanui (M) aus Kenia gewinnt den Berliner Halbmarathon© pa
Die Halbmarathonläufer laufen vor dem Alten Museum
Die Halbmarathonläufer laufen vor dem Alten Museum© pa
Es ist voll am Brandenburg Tor
Es ist voll am Brandenburg Tor© Maurizio Gambarini
Perfektes Laufwetter für die Halbmarathon-Teilnehmer
Perfektes Laufwetter für die Halbmarathon-Teilnehmer© Maurizio Gambarini
Am Kurfüstendamm feuern Trommler die Läufer an
Am Kurfüstendamm feuern Trommler die Läufer an© Frank Lehmann
Die Läufer passieren das Tor der Berliner Morgenpost
Die Läufer passieren das Tor der Berliner Morgenpost© Frank Lehmann
Gute Laune bei den Teilnehmern
Gute Laune bei den Teilnehmern© Frank Lehmann
Einige liefen sogar mit Kostüm
Einige liefen sogar mit Kostüm© Frank Lehmann
Die Läufer kamen auch an der Gedächtniskirche vorbei
Die Läufer kamen auch an der Gedächtniskirche vorbei© Frank Lehmann

Guter Test für Krause

Die WM-Dritte von 2015 über 3000 m Hindernis Gesa Felicitas Krause (Trier) wurde in 1:12:16 Stunden Fünfte. "Es hat Spaß gemacht. Ich bin super happy", sagte Krause, die erst am Freitag aus einem Trainingslager in Südafrika nach Berlin gereist war. Krause hatte sich schon vor einem Jahr in Ras Al Khaimah (Vereinigte Arabische Emirate) an den 21,0975 km versucht, kam dort jedoch nicht ins Ziel.

Auch Philipp Pflieger (Regensburg) präsentierte sich in guter Verfassung. In 63:14 Minuten lief der Olympiateilnehmer von Rio auf Rang zwölf und verbesserte seine persönliche Bestzeit um 30 Sekunden. Beim Marathon in drei Wochen in Hamburg will sich Pflieger das EM-Ticket für Berlin sichern.

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