Champions League

Chelsea sucht gegen Barcelona nach dem perfekten Spiel

Im Achtelfinale der Königsklasse kommt es zu einem der packendsten Duelle des Wettbewerbs. Im Zentrum steht dabei auch ein Berliner.

Antonio Rüdiger (l.) will mit Chelsea ins Viertelfinale der Champions League

Antonio Rüdiger (l.) will mit Chelsea ins Viertelfinale der Champions League

Foto: Alastair Grant / picture alliance/AP Photo

London/Berlin.  Vor einigen Wochen trafen sich Michael Ballack und Antonio Rüdiger in einem Londoner Hotel. Es war keine ausgiebige Plauderei, nur ein kurzer Chat des früheren mit dem aktuellen Profi vom FC Chelsea. Ballack (41), der ehemalige Nationalelf-Kapitän, ist den „Blues“ immer noch sehr verbunden. Und Rüdiger (24), der gegenwärtige deutsche Nationalspieler, hat sich vorgenommen, höflich zuzuhören, wenn ein erfolgreicher Mann ihm einen Tipp gibt.

Dass Ballack ein besonderer Erfolg verwehrt geblieben ist – er gewann nie einen internationalen Titel –, hat auch mit dem FC Barcelona zutun. 2009 im Halbfinale der Champions League schied das eigentlich dominierende Chelsea gegen Barca aus. Der weiterbringende 1:1-Ausgleich im Rückspiel fiel erst in der dritten Minute der Nachspielzeit. Damals griff der norwegische Schiedsrichter Tom Henning Övrebö derart oft daneben, dass Ballack ihn wütend über den Rasen verfolgte wie ein bissiger Rottweiler. Chelsea gegen Barcelona war stets ein packendes Duell.

Messi traf in acht Spiele nicht gegen die Londoner

Nun kam es schon vor, dass auch Antonio Rüdiger bisweilen wutentbrannt über einen Fußballplatz rannte. Aber der Abwehrspieler hofft, dass es diesmal nicht nötig sein wird, wenn der FC Chelsea erneut auf den FC Barcelona trifft. Im Achtelfinale der Champions League am Dienstag (20.45 Uhr/Sky) sind Rüdiger und der englische Meister jedoch Außenseiter. Die Katalanen sind saisonübergreifend seit 31 Ligaspielen ungeschlagenen (26 Siege). Durch ein 2:0 gegen Eibar am Sonnabend stellte Barca einen Klubrekord ein.

Chelsea dagegen hat sich gerade erst durch zwei Siege aus einer kleinen Krise nach zwei empfindlichen Niederlagen befreit, die sogar den Meistertrainer Antonio Conte etwas beschädigten. In der vergangenen Saison fehlten die Londoner in der Königsklasse – zum ersten Mal seit 2002. Für die Klubseele wäre ein Weiterkommen daher besonders wichtig. „Wir brauchen dafür ein perfektes Spiel“, sagt Conte.

Die Angst vor Lionel Messi muss im Übrigen nicht zu groß sein: Barcelonas eigentlich perfekter Angreifer traf in acht Partien gegen Chelsea nie. Auch nicht im Halbfinale 2012. Da setzten sich die Engländer gegen dominantere Katalanen in zwei furiosen Partien durch. Am Ende gewann das Team von Trainer Roberto Di Matteo in München gar den Titel. Michael Ballack war da leider schon nicht mehr im Klub.