Kölner Hallenstreit

Bob Hanning: „Wir sind maximal verärgert“

Zwei Großereignisse am selben Abend: Weil der DHB den Kürzeren im Hallenstreit zieht, will Hanning jetzt die Stadt Köln bestrafen.

Bob Hanning ist stinksauer

Bob Hanning ist stinksauer

Foto: Bernd Wende Sportfoto / picture alliance / Photowende

Köln.  Bob Hanning konnte seinen Frust nicht verbergen. „Das ist für unsere Fans und Sponsoren nicht hinnehmbar. Ich bin bedient“, sagt der verärgerte Vizepräsident des deutschen Handballbundes. Jugendteams hätten extra für das am Freitag geplante Spiel gegen Dänemark Busse bestellt, beklagt er: „Die Sponsoren konnten ihre gebuchten Reisen nicht antreten. Der Image-Schaden ist sehr groß.“

Der Geschäftsführer der Füchse Berlin spricht über den peinlichen Fauxpas der Doppelbelegung der Kölner Lanxess Arena am Freitag. Die Posse war am Montag nach dem Sieg der Kölner Haie über die Eisbären Berlin in Spiel Sieben und dem daraus resultierenden Einzug der Haie in das DEL Play-Off Halbfinale öffentlich geworden.

Die Partie des Handball-Europameisters gegen Dänemark und die DEL Play-off Halbfinalbegegnung Köln gegen München sollten beide am Freitagabend in der Kölner Lanxess Arena stattfinden.

Tickets für Deutschland-Dänemark behalten ihre Gültigkeit

Konfrontiert wurde der Deutsche Handballbund (DHB) mit der Terminüberschneidung schon vor zwei Wochen, als der Halbfinaleinzug der Haie nicht mehr ausgeschlossen werden konnte. Der DHB verneinte eine Anfrage der Hallen-Betreiber, das Spiel zu verlegen. Der Vertrag zwischen Verband und Arena würde seit dem 16.März 2016 stehen.

Der achtmalige deutsche Eishockey-Meister Köln beruft sich jetzt auf den langjährigen Vertrag mit der Arena. Der Rahmenterminkalender steht den DEL-Teams und Hallen-Betreibern schon 20 Monate vor Saisonbeginn zu. Umso verwunderlicher, dass die Kölner Lanxess Arena eine solche Doppelbelegung zugelassen hat.

Als Konsequenz muss der Handball-Europameister den Länderspiel-Klassiker gegen Dänemark von Freitagabend auf Sonnabend (15:45 Uhr/Sport1) verlegen. Die für das Länderspiel gegen Dänemark erworbenen Karten behalten ihre Gültigkeit.

Die Tickets können allerdings auch bei den Vorverkaufsstellen zurückgegeben werden. Die Kölner Haie treffen wie geplant im Play-off-Halbfinale am Freitagabend (19:30 Uhr) auf den EHC München.

Sigurdsson nominiert Berliner Paul Drux nach

Den Fehler haben die Verantwortlichen der Lanxess Arena eingestanden und entschuldigen sich bei dem DHB und dem dänischen Verband „in aller Form.“ „Die Doppelbelegung der Arena haben einzig und allein wir zu verantworten“, wurde Stefan Löcher, Geschäftsführer der Multifunktions-Arena in Köln, auf der DHB-Homepage zitiert.

Hanning zeigt sich gegenüber der Arena-Betreiber keinesfalls versöhnlich: „Für mich kommt Köln bei der Heim-WM 2019 nicht als Spielort in Frage. Vielleicht fällt den Hallen-Betreibern kurzfristig ein, dass sie Tischtennis-Platten aufstellen müssen.“

Der 48-Jährige drückt weiter seinen Ärger aus: „Das ist eine absolute Katastrophe, wir sind maximal verärgert. Hier ist ein Imageschaden für den Europameister und den Handball angerichtet worden, der für uns nicht entschuldbar ist.“

Nationaltrainer Dagur Sigurdsson reagiert auf die Verlegung und nominiert Paul Drux (Füchse Berlin) und den ehemaligen Fuchs Evgeni Pevnov (VfL Gummersbach) nach. Bereits am Sonntag folgt die Partie des Handball-Europameisters gegen Österreich in Gummersbach.