Der finale Flirt mit den Fans fiel dieses Mal ein bisschen länger aus. Immer wieder verbeugten sich die Spieler der Füchse Berlin vor der Schar ihrer Anhänger und nahmen die Lobgesänge voller Freude in sich auf. War ja auch zu schön, dieser Sieg über den HSV Handball.

Und obendrein ein ganz wichtiger Erfolg auf dem Weg, sich den Traum von Platz fünf in der Bundesliga und damit die Qualifikation für den Europacup doch noch zu erfüllen. Mit 28:25 (13:10) bezwangen die Berliner am Mittwochabend vor 8590 Zuschauern in der Schmeling-Halle, darunter erstmals auch Bürgermeister Michael Müller, den HSV im Prestigeduell.

Füchse-Trainer Dagur Sigurdsson war zufrieden ob der Leistung seines Teams. „Das war alles gut, aber es hätte auch kippen können. Aber die Fans haben uns zum Schluss getragen“, sagte der Isländer. Und Geschäftsführer Bob Hanning, der erst am Mittwochmittag von den Malediven zurückgekehrt war, strahlte vor Freude.

„So habe ich mir meine Rückkehr aus dem Urlaub vorgestellt“, sagte Hanning, „jetzt haben wir theoretisch noch den Anschluss.“ Zehn Spieltage bleiben den Füchsen noch, weiter nach oben zu kommen.

Beide Torhüter überzeugen

Es war ein schnelles und kampfbetontes Spiel der beiden Teams, und es wurde mit viel Leidenschaft geführt und gesunder Härte. Nicht immer brillant, aber dafür ging es eben auch um zu viel. Lange war es ein Duell auf Augenhöhe, erst zum Ende der ersten Halbzeit konnten sich die Füchse auch dank der Treffer von Fabian Wiede absetzen.

Im zweiten Durchgang dann traf Petar Nenadic fast wie er wollte, so dass die Füchse ihren Vorsprung letztlich souverän verteidigten. Im Tor der Berliner zeigten erst Silvio Heinevetter und später dann Petr Stochl starke Leistungen. Wiede und Nenadic waren mit je acht Toren auch die besten Füchse-Werfer.

Vor dem Anwurf hatte sich Hanning zu den Vorgängen um den Rücktritt von Bernhard Bauer vom Amt des Präsidenten des Deutschen Handballbundes (DHB) geäußert. Der Berliner Geschäftsführer, Vizepräsident beim DHB, bedauerte den Rücktritt sehr, „da ich der vollen Überzeugung bin, dass das der richtige Mann auf der Position war“. Bauer hatte in seiner Begründung egoistische Handlungsweisen verschiedener Personen als Grund für seinen Rücktritt genannt. Hanning aber sieht das nicht so.

Mit Position im DHB zufrieden

„Ich bin bereit, mich zu jeder Art von Sachthemen zu äußern. Ich bin nicht bereit, mich über persönliche Dinge auseinanderzusetzen“, sagte der Füchse-Manager. Ambitionen auf das DHB-Präsidentenamt hegt er nicht. „Ich gehöre genau auf die Position, auf der ich jetzt bin. Dafür bin ich auch gewählt worden. Ich bin als Präsident völlig ungeeignet. Das habe ich nie angestrebt und werde es nie anstreben.“