Vergabe

Basketball-EM findet 2015 zum Teil in Berlin statt

Darauf hat der deutsche Basketball lange gewartet. Erstmals seit 1993 finden im kommenden Jahr wieder EM-Spiele in Deutschland statt. Berlin erhielt den Zuschlag für eine Vorrundengruppe.

Erstmals in der Ära von Superstar Dirk Nowitzki findet ein großes Basketball-Event in Deutschland statt. 22 Jahre nach der Heim-Europameisterschaft 1993 werden im kommenden Jahr in Berlin Vorrundenspiele der EM 2015 ausgetragen.

Der Deutsche Basketball Bund (DBB) erhielt am Montag in Madrid den Zuschlag für eine Gruppe. „Es ist einfach super, dass die EM-Vorrunde nächstes Jahr in Berlin stattfindet. Das wird mit Sicherheit ein großer Höhepunkt für den deutschen Basketball“, sagte Nowitzki. Der 36-Jährige hatte bereits zuvor erklärt, dass er sich 2015 ein Comeback im Nationalteam vorstellen könne. Dann geht es auch um die Qualifikation für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro.

Finale in Frankreich

Außer Deutschland bestimmte die FIBA Europe Kroatien mit Zagreb, Lettland mit Riga und Frankreich mit Montpellier als Austragungsorte für je eine Vorrundengruppe. Die Finalspiele finden im französischen Lille statt. Der europäische Verband hatte die kontinentalen Titelkämpfe neu vergeben müssen, weil die Ukraine die Ausrichtung wegen der unsicheren politischen Lage im Land zurückgegeben hatte.

„Das ist für den Basketball und für den Sport in Deutschland ein außergewöhnlicher Moment. Die Vorfreude ist schon jetzt riesengroß“, sagte DBB-Präsident Ingo Weiss. „Das werden Basketball-Leckerbissen vom Feinsten.“

Spielstätten noch offen

Wo in Berlin gespielt wird, will der DBB in den kommenden Wochen entscheiden. Infrage kommen sowohl die O2 World als auch die Max-Schmeling-Halle. Das Turnier findet vom 5. bis 20. September 2015 statt. „Berlin wird einmal mehr zeigen, dass die Sportmetropole bewährter und kompetenter Gastgeber und ein erstklassiger Standort für herausragende Events ist“, sagte der Sportsenator der Stadt Berlin, Frank Henkel.

Der DBB hatte die EM ursprünglich zusammen mit Frankreich, Italien und Kroatien ausrichten wollen, die gemeinsame Bewerbung im Dezember 2011 aber wieder zurückgezogen, weil der europäische Verband immer neue finanzielle Forderungen gestellt hatte. Stattdessen hatte die Ukraine den Zuschlag bekommen. Wegen der Unruhen in der Ostukraine war eine Austragung in dem Land aber unmöglich geworden. Wegen der kurzen Vorbereitungszeit für die Kandidaten hatte sich die FIBA Europe dazu entschieden, das Turnier in mehreren Ländern austragen zu lassen.

„Super für den deutschen Basketball“

„Das ist super für den deutschen Basketball“, sagte Dennis Schröder. Der Point Guard vom NBA-Club Atlanta Hawks hatte die deutsche Mannschaft in diesem Sommer durch die Qualifikation geführt, in der sich Deutschland hinter Polen als einer der sechs besten Gruppenzweiten das EM-Ticket gesichert hatte. „Ich bin vollauf begeistert und freue mich wahnsinnig. In diesem Sommer konnte ich ja leider nicht mit dabei sein“, sagte Spanien-Legionär Tibor Pleiß vom FC Barcelona.

Wer Deutschland bei der EM im kommenden Jahr trainieren wird, steht noch nicht fest. Der DBB will bis Ende des Jahres entscheiden, ob der Vertrag mit Emir Mutapcic verlängert wird oder ein neuer Trainer verpflichtet wird. Als Kandidat gilt auch der langjährige Bamberger Coach Chris Fleming.