Basketball

Alba Berlin schlägt im Testspiel Bayern München

Mit einer runderneuten Mannschaft haben die Bundesliga-Basketballer von Alba Berlin in einem Testspiel Bayern München mit 65:57 bezwungen.

Foto: DAPD

Es bleibt nur wenigen vorbehalten, Albas Saisoneröffnungsspiel gegen Bayern München in den Schatten zu stellen. Dafür bedarf es schon einer Legende wie Wendell Alexis. Meistertrainer Svetislav Pesic ließ es sich nicht nehmen, ebenso wenig wie Stephen Arigbabu, Drazen Tomic, Jörg Lütcke und natürlich Henning Harnisch, Marko Pesic, Mithat Demirel oder Sasa Obradovic. Stephan Baeck hatte den Tag auf der Autobahn verbracht, Henrik Rödl war aus dem Trierer Trainingslager in Belgrad eingeflogen. Sie alle wollten dabei sein, als dem „Iceman“ die „größte Ehre zuteil wurde, die wir als Klub zu vergeben haben“ wie Geschäftsführer Marco Baldi sagte. Unter Ovationen wurde Alexis' Trikot unter das Dach der O2 World gezogen. Die Nummer 12, die er von 1996 bis 2002 trug, wird nie mehr vergeben. Erfreulich: Seine Nachfolger erwiesen sich des besonderen Abends vor gut 8000 Zuschauern würdig, gewannen gegen die Bayern mit 65:57 (33:30).

Nie mit sich zufrieden sei er gewesen, habe sich jeden Tag neu gefordert, ohne groß darüber zu reden, sagte Baldi in seiner Laudatio über Alexis. Womit er nicht nur den Jungen großen Halt gegeben habe, „wir sind auch in jedem Jahr, das du hier warst, Meister geworden und haben dreimal den Pokal gewonnen“, erinnerte Baldi. Alexis stand im sandfarbenen Anzug neben seinem ehemaligen Chef im Schweinwerfer-Kegel und war nicht ganz so eiskalt wie zu Zeiten, als er zum Iceman wurde. Er presste schon ein wenig die Lippen zusammen, als auf dem Videowürfel seine besten Szenen gezeigt und sein Trikot neben die Nummer 4 Henrik Rödls gezogen wurden. Alexis sagte mit klarer Stimme: „Es ist für mich und meine Familie eine große Ehre, aber ich möchte mich bei allen bedanken, die großen Anteil daran haben, dass mein Trikot jetzt da hängt.“ Er dankte seiner Ehefrau Nixia und seinen drei Söhnen Anell, Davide und Julian für deren Unterstützung, jedem seiner Mitspieler und natürlich auch Coach Pesic. „Als ich an meinem ersten Tag nach 14 Stunden Flug in Berlin landete und mich der Coach gleich trainieren ließ, wusste ich, wir hatten uns gesucht und gefunden.“ Seine ehemaligen Mitstreiter applaudierten grinsend.

Als der Iceman in der Halbzeit wie in alten Zeiten Hunderte Autogramme schrieb, hatten er und seine Verehrer eine gute erste Spielhälfte miterlebt. Kein Vergleich zu Albas Niederlage gegen den MBC eine Woche zuvor in Oranienburg. Man konnte zwar „sehen, dass beide Teams noch in der Vorbereitung sind und noch an vielen Dingen arbeiten“, fand Alexis. Dafür spielten aber beide Teams mit großer Intensität. Zudem zeigte sich Albas spanischer Center Albert Miralles stark verbessert und von Nihad Djedovic, der erst am Dienstag von der bosnischen Nationalmannschaft nach Berlin kam, dürfte einiges zu erwarten sein. Er ist schnell, aggressiv und spielt smart. Alba-Coach Obradovic schonte Heiko Schaffartzik, der noch später von der deutschen Nationalmannschaft zurückgekehrt war. Ein rundum gelungener Abend mit dem Iceman im Hauptprogramm, der schon am Sonntag mit Ehefrau Nixia und Sohn Julian zurück nach New Jersey fliegt.