Basketball

Alba Berlin testet zur Saisoneröffnung gegen Bayern

18 Tage vor dem Bundesligastart empfangen die Berliner in der O2 World den Meisterschaftsfavoriten. Ein Ex-Alba-Star ist dabei Ehrengast.

Foto: DAPD

Mithat Demirel dämpft erst einmal zu hohe Erwartungen. „Niemand sollte vergessen, dass sich die Mannschaft noch in der Vorbereitung befindet, da muss vieles erst noch wachsen“, sagt der Sportdirektor von Alba Berlin mit Blick auf das Saisoneröffnungsspiel am Sonnabend (O2 World, 18 Uhr) gegen Bayern München. Sicherlich müssen sich beide Teams erst noch finden, aber bereits zu diesem Zeitpunkt, 18 Tage vor dem Bundesligastart am 3. Oktober, geht es ums Prestige. Und darum, gleich die eigene Stärke zu zeigen. Das geht Alba nicht anders als den Münchnern, die in Expertenkreisen als Favorit auf den Meistertitel gelten. „Das ist die Mannschaft, die es in diesem Jahr in der Bundesliga zu schlagen gilt“, ist sich Demirel sicher.

Bayern haben größtes Budget

„Das, was die Bayern in diesem Sommer hingestellt haben, das ist ein Europaliga-Team der oberen Kategorie“, erklärt Albas Geschäftsführer Marco Baldi. Wobei die Münchner europäisch nicht im Einsatz sein werden, sie konzentrieren sich in der kommenden Saison ganz allein auf die Meisterschaft. Baldi staunt über die finanzielle Potenz der Bayern: „So etwas gab es in Deutschland bisher nicht. Die Bayern haben sicher mittlerweile das größte Budget in der Liga.“ Dass Geld zwar Körbe wirft, aber am Ende auch nicht den Titel garantieren kann, wissen die Berliner jedoch selbst aus leidvoller Erfahrung.

Im Rahmen des Testspiels wird Alba-Legende Wendell Alexis geehrt, dessen Trikot mit der Nummer 12 unter die Hallendecke gezogen wird, wo bereits das Shirt von Henrik Rödl (Nummer 4) hängt. Freitagvormittag kam der „Iceman“ in Berlin an und sprach von einer „großen Ehre“, die ihm zehn Jahre nach seinem Abschied aus Berlin nun zuteil werde. Nach der Partie gibt es eine ausführliche Interview-Runde mit den Alba-Spielen und -Trainern, anschließend schreibt die Mannschaft Autogramme.

Nationalspieler stoßen zum Team

Für die Fans ist der Abend aber vor allem eine hervorragende Möglichkeit, schon einmal zwei Topteams spielen zu sehen. Mit der von Demirel angesprochenen Einschränkung. Sowohl bei den Bayern (drei) als auch bei Alba (zwei) sind jetzt erst Nationalspieler von ihrem Einsatz in der EM-Qualifikation zurückgekehrt. Freitagabend trainierten bei den Münchnern Robin Benzing, Jan Jagla und der Israeli Yotam Halperin erstmals mit. „Für uns ist das Vorbereitungsspiel nach nur einem gemeinsamen Training so etwas wie ein Kaltstart und eine Wundertüte“, erklärt Bayern-Coach Dirk Bauermann.

Den Berlinern geht es ähnlich. Erst seit Mittwoch trainiert der Bosnier Nihad Djedovic mit. „Ich will mich schnellstmöglich ins Team integrieren, dann geht alles viel einfacher“, meint der 22-Jährige, der in der Qualifikation groß auftrumpfte und sein Land zur Europameisterschaft 2013 in Slowenien führte. Eine hervorragende Rolle spielte auch Heiko Schaffartzik im deutschen Team, das sich ebenfalls qualifizierte. Er hat noch ein bisschen mehr Zeit zum Durchschnaufen bekommen, trainierte bisher noch nicht mit. Schaffartzik steht heute aber im Aufgebot, über einen Einsatz wird Chefcoach Sasa Obradovic kurzfristig entscheiden.