Die Chancen, dass Albas Basketballer als Tabellenzweite in zwei Wochen ins Play-off starten, sind seit Sonntag gering. Das Team von Gordon Herbert verlor beim Liga-Primus, den Brose Baskets Bamberg, mit 90:100 (42:50) und fiel hinter Ulm in der Tabelle auf Platz drei. Ulm müsste am letzten Spieltag zu Hause gegen Würzburg verlieren und Alba Braunschweig schlagen, wenn es doch noch mit dem Heimrecht im Halbfinale – so es denn erreicht wird – klappen soll.

Bamberg wehrte gestern zum 47. Mal in Folge den Versuch eines nationalen Konkurrenten ab, in der „Frankenhölle“ zu gewinnen. Die Berliner scheiterten vor allem, weil sie nur streckenweise dem enormen Druck der Gastgeber und der feindseligen Atmosphäre standhielten.

In der ersten Halbzeit, in der auf beiden Seiten nahezu jeder Wurf saß, blieb es bis zum 15:15 (6.) eng, dann hieß es schnell 15:25 (8.). An dieser Serie war der ehemalige Alba-Star Julius Jenkins beteiligt, durchgängig größere Probleme hatte Alba aber mit Bambergs stärkstem Spieler P.J. Tucker, der am Ende mit 24 Punkten bester Werfer der Bamberger war. Zudem herrschte Nationalcenter Tibor Pleiß (19) uneingeschränkt unter den Körben.

Baldi: „Wir haben den roten Faden verloren“

Die Berliner kamen danach durch Kyle Weaver, Bryce Taylor und Marko Simonovic auf 29:31 (13.) heran, dann aber wollten sie zum ersten Mal den Führungswechsel erzwingen, „wurden hektisch und verloren den roten Faden“, wie Alba-Geschäftsführer Marco Baldi analysierte. Die Folge: Zur Pause hieß es 40:52.

„Es ist schwer, in Bamberg zu gewinnen“, ahnte Baldi vor allem mit Blick auf die abermals mit 6800 Zuschauern ausverkaufte Stechert Arena.

An der zweiten Aufholjagd vom 42:60 (23.) zum 64:68 hatte Derrick Allen, der am Ende mit 26 Punkten vor Weaver (19) bester Berliner werden sollte, maßgeblichen Anteil. Aber wieder wurde überhastet abgeschlossen oder einer der 14 Ballverluste (Bamberg: sieben) stand im Weg – 66:79 nach 32 Minuten.

DaShaun Wood und Taylor treffen nicht

Erst ab dem 76:81 (35.) verlor Alba den Faden nicht mehr wie zuvor. Weaver traf 44 Sekunden vor dem Ende zum 88:93. Alba musste jetzt schnell aus der Distanz punkten und dann foulen, um die Uhr anzuhalten. Der Plan ging nicht auf. DaShaun Wood und Taylor trafen nicht, und Bambergs Brian Roberts (18 Punkte) blieb mit fünf Treffern bei sechs Versuchen an der Freiwurflinie eiskalt.

Es habe einfach nur „viel Spaß gemacht“, schmunzelte Bambergs Tibor Pleiß, den es wohl im Sommer in die NBA ziehen wird. Und auf ein mögliches Finale gegen die Berliner angesprochen, sagte er: „Ich glaube nicht, dass sie eine Chance gegen uns haben.“ Er weiß, sein Team hätte dann den Heimvorteil.

BM