Basketball

Albas kläglicher Auftritt gegen Ulm bereitet Sorge

Alba Berlin hat das Bundesliga-Topspiel gegen Ulm mit 72:91 verloren. Manager Baldi ärgert sich über die laxe Einstellung seines Teams.

Foto: Bongarts/Getty Images

Der eigentliche Grund für die Niederlage in Ulm lag schon drei Tage zurück. So sieht es jedenfalls Marco Baldi, der Geschäftsführer von Alba Berlin. Bereits am Ostersonntag war er trotz des 80:67 gegen Gießen „extrem unzufrieden“ gewesen. Drei entscheidende Dinge hatten ihm bei seinem Team gefehlt: Intensität, Konzentration, Geschlossenheit. Die Quittung gab es noch nicht gegen die Hessen. Sondern erst Mittwoch in Ulm, im Topspiel der Basketball-Bundesliga, in dem es um Tabellenplatz zwei und die bestmögliche Ausgangslage vor dem am 6. Mai beginnenden Play-off ging. Alba war chancenlos. „Man kann nicht auf einen Knopf drücken und alles ist wieder da“, ärgerte sich Baldi. Und so feierten die Ulmer einen für sie berauschenden, für die Berliner ernüchternden 91:72-Erfolg.

Nach zwölf Siegen in Serie nun schon von einer Alba-Krise zu sprechen, wäre Unsinn. Grund zur Sorge bereitet der klägliche Auftritt aber allemal. Denn die entscheidende Saisonphase ist nicht fern. „Im Play-off kann so etwas tödlich sein“, sagte Baldi. „Mit unserer Leistung und Einstellung kann ich nicht zufrieden sein“, grollte Trainer Gordon Herbert, „Ulm hat uns ausgespielt, mehr Intensität gezeigt und besser verteidigt.“

Baldi war verärgert, denn „wir haben uns da ohne Not, durch einen gewissen Leichtsinn hingebracht“. Das Wertvolle, das man sich in Monaten mühsam aufgebaut hat, kann so ins Wanken geraten. Der Manager sprach von einer gefährlichen „Das machen wir schon“-Einstellung im Spiel gegen Gießen und warnte: „Damit können Prozesse eingeläutet werden.“ Prozesse, auf die in Berlin nach vielen leidvollen Erfahrungen der vergangenen Jahre niemand Lust hat. Zu viel Wohlgefühl habe er in Ulm gespürt, zu wenig Alarmbereitschaft: „So sind wir unter unseren Möglichkeiten geblieben.“

Schon einmal in dieser Saison ist Alba von seinem Weg abgekommen. Kurz vor Weihnachten waren die Berliner Tabellenführer, sechs Spiele und vier Niederlagen später steckten sie in einer tiefen Krise. Da allerdings gab es nachvollziehbare Gründe, einen extrem engen Spielplan etwa und die gleichzeitig verletzten Center Yassin Idbihi und Torin Francis. Diesmal gibt es solche Entschuldigungen nicht. Und doch hatte der Geschäftsführer damals bereits unmittelbar nach dem Sprung an die Tabellenspitze dasselbe Wohlgefühl moniert. Ist die Mannschaft vielleicht anfällig für zu viel Zufriedenheit?

Was bleibt, um diesen Eindruck zu korrigieren, sind bis zum Play-off-Start (für den sich Würzburg oder Bayern München als Gegner abzeichnen) drei Spiele, die es in sich haben. Es beginnt mit dem Gastspiel bei den Walter Tigers am Sonnabend. Keine Topmannschaft, aber zuletzt überraschend 82:80 siegreich in Bonn, dazu seit sechs Spielen in eigener Halle ungeschlagen. In der Saison 2010/2011 unterlag Alba dort 70:74, im Jahr davor 66:70 – ein unangenehmes Pflaster für die Berliner also.