Volleyball

Personallage bei den BR Volleys weiter angespannt

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Sebastian Arlt

Foto: City-Press

Wichtige Vorentscheidung: Beim dritten Play-off-Finale gegen Haching wollen die Berliner als geschlossene Einheit auftrumpfen.

Bereits wenige Minuten nach dem umjubelten Triumph war Mark Lebedew wieder ganz Realist. „Es ist nichts Großes passiert“, meinte der Trainer der BR Volleys nach dem 3:0 seiner Mannschaft im zweiten Finalspiel gegen Generali Haching. Jedes Team habe nun lediglich einen Sieg auf dem Konto, schließlich beende die Serie „Best of five“ erst die Mannschaft erfolgreich, die dreimal gewonnen hat. Nichts Großes passiert? Die mehr als 6000 Zuschauer in der Schmeling-Halle waren am vergangenen Dienstag bestimmt anderer Meinung. Sie hatten eine Gala der Berliner gesehen, die sich in einen Rausch spielten und den Gästen keine Chance ließen. Vergessen war das 0:3 zum Auftakt in Haching, als sich Lebedews Team blamiert hatte.

Welches Gesicht zeigt die Mannschaft nun am Samstag, wenn die dritte Auflage im Bayerischen ansteht? Ist eine Leistung wie vor vier Tagen wiederholbar? „Na klar“, ist sich Mittelblocker Felix Fischer sicher. Er verkörpert beispielhaft das Selbstbewusstsein der Volleys, das spätestens nach dem Erfolg im Halbfinale gegen Abonnementmeister Friedrichshafen sehr groß ist.

„Wir müssen verhindern, dass die Hachinger ins Rollen kommen“, fordert Volleys-Manager Kaweh Niroomand. In seinen Augen ist Haching „weiter Favorit, aber wir sind auf Augenhöhe“. Die Mannschaft, die heute gewinnt, hat dann am kommenden Dienstag in Berlin (19.30 Uhr, Schmeling-Halle) den ersten Matchball für den Titelgewinn.

„Ganz schnell vergessen“

Die Frage wird sein, wie die Bayern die Schlappe in Berlin verkraftet haben. Bei den Volleys hatte die herbe Niederlage in Spiel eins ja eine großartige Trotzreaktion hervorgerufen. „Wir wissen, dass wir es besser können. Wir müssen das Spiel in Berlin ganz schnell vergessen“, sagt der Hachinger Coach Mihai Paduretu. Er setzt auf den Heimvorteil, wobei die Bedingungen in Haching ganz andere sein werden. Denn lediglich 1500 Zuschauer passen in die Generali-Sportarena. Ein bescheidener Rahmen für ein Finale.

„Im Sport spielt der Kopf immer die größte Rolle“, meint der Berliner Zuspieler Jaroslav Skach. „Haching hat sich das nach dem Hinspiel und wegen der vielen verletzten Spieler bei uns sicher zu leicht vorgestellt.“ Das wird den Hachingern nicht noch einmal passieren. Skach, der am Dienstag kurzfristig für Kawika Shoji (war beim Einspielen umgeknickt) hatte einspringen müssen und seinen Job hervorragend erledigte, nennt das Berliner Erfolgsrezept: „Wir haben uns als geschlossene Mannschaft präsentiert.“

Was heute erneut nötig sein wird, denn die Personallage der Berliner ist weiter angespannt: Angreifer Urpo Sivula fällt mit Innen- und Außenbandriss aus. Shoji muss wegen einer Bänderdehnung wohl passen. Die angeschlagenen Scott Touzinsky und Martin Krystof werden hingegen, dick bandagiert, wie schon zuletzt auf die Zähne beißen. Wieder zur Verfügung steht Ricardo Galandi.