Volleyball

Berlin Volleys entthronen Serienmeister Friedrichshafen

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Nach 3:1-Sieg geht es im Play-off-Finale gegen Haching

- Die 7042 Zuschauer feierten, die Spieler rannten wie Kinder umher, Ausnahmezustand in der Schmeling-Halle. Die Berlin Volleys schlugen den VfB Friedrichshafen im vierten Halbfinale mit 3:1 (17:25, 25:22, 25:22, 25:22) und entschieden mit gleichem Ergebnis auch die "Best-of-five"-Serie für sich. Dem entthronten Meister der vergangenen sieben Jahre blieb nur die Gratulation. Die Berliner stehen nun im Finale gegen Generali Haching. Die Serie beginnt am 7. oder 8. April in Bayern.

"Das 0:2 im zweiten Spiel aufzuholen und noch zu gewinnen, war in dieser Serie der entscheidende Moment", sagte Manager Kaweh Niroomand. "Das hat uns etwas gegeben, was du in hundert Stunden Training nicht bekommen kannst. Da haben wir uns das Selbstbewusstsein geholt, mit der wir die Serie gewonnen haben."

Es waren genau 19 Punkte des ersten Satzes gespielt, da mussten die BR Volleys erneut eine schlechte Nachricht zur Kenntnis nehmen. Urpo Sivula, der eine Woche zuvor den VfB mit Serien von Schmetterbällen eingedeckt hatte, sank beim Stand von 9:10 mit einem Schmerzensschrei am Netz zu Boden. Der Finne war auf dem Fuß eines Gegenspielers gelandet. Das Pech der Volleys setzte sich fort, denn bereits am Mittwoch beim sensationellen 3:1-Auswärtsieg hatten sich US-Olympiasieger Scott Touzinsky und der deutsche Nationalspieler Ricardo Galandi am Knie beziehungsweise der Achillessehne verletzt. Nun also Sivula, der mit Eis auf dem lädierten linken Sprunggelenk aus der Halle getragen wurde. Touzinsky, der nach der Saison operiert werden muss, biss aber die Zähne zusammen, eröffnete mit dick bandagiertem Knie das Spiel. Es war eine von vielen Angaben der Berliner, die mit höchstem Risiko geschlagen, im Netz hängen blieben. Aber beide Teams versuchten, gleich mit dem Service Druck zu machen, sodass die Berliner nur mit einem Punkt hinten lagen, als Sivula zu Boden ging. Danach wurde es bald deutlicher, Satz Nummer eins ging mit 17:25 an die Gäste.

Mit dem Ausfall Sivulas war jetzt allerdings die Schonzeit für Paul Carroll zu Ende. Der Angreifer-Star, zum Anfang der Saison nach Berlin gekommen, war zuletzt nach einem Sehnenriss in der Schulter noch nicht wieder in Topform. Was half's - jetzt musste er ran. Und siehe da, der 2,05 m große Australier schickte sofort einige Bälle übers Netz, die nicht mehr zurück kamen. Der zweite Satz ging mit 25:22 an Berlin.

Von wegen nicht in Topform: Carroll hatte im dritten Satz noch öfter die Gelegenheit, die Siegerfaust zu ballen. Kawika Shijo legte zentimetergenau auf und der Linkshänder aus "Down under" ließ es krachen. Den dritten Satzball nahm Sonnyboy Shoji aus Hawaii dann allerdings ganz frech selbst in die Hand - 25:22. Nur noch ein Satz fehlte bis zum Finale. Mittlerweile wurden die Zuschauer von beiden Teams mit Volleyball der allerfeinsten Sorte unterhalten. Athletisch, aggressiv, spannend, mit teilweise atemberaubenden Ballwechseln. Und die Gäste stemmten sich im vierten Durchgang nochmal gegen das Ausscheiden, aber erneut hatten die Gastgeber beim 25:22 die besseren Nerven. Die Jubeltänze in der Schmeling-Halle konnten beginnen. "Das fühlt sich großartig an", lachte Carroll.