Lasogga/Ben-Hatira

Herthas neues Traum-Duo beendet Kölner Karneval

Die beiden Nachwuchshoffnungen Pierre-Michel Lasogga und Änis Ben-Hatira bringen die Rheinländer um Podolski wieder auf den Boden der Tatsachen zurück.

Ein neues Traumduo versetzte die Hauptstadt in Ekstase, beim zuletzt so freudetrunkenen 1. FC Köln herrschte statt einer erneuten „Poldi-Party“ nur Katerstimmung: Fast im Alleingang demontierten Doppeltorschütze Pierre-Michel Lasogga und der überragende Vorlagengeber Änis Ben-Hatira die teilweise völlig überforderten Rheinländer. Dabei waren die beiden spielentscheidenden Akteure bei Aufsteiger Hertha BSC vor dem eindrucksvollen 3:0 (3:0) gegen die Kölner zuletzt nur Ergänzungsspieler.

„Bislang haben wir noch nicht besprochen, was ich Änis ausgebe, aber ich kann nur dankbar sein, dass er mir zweimal die Bälle so exzellent aufgelegt hat“, sagte Lasogga, der nach zwei mustergültigen Flanken des ehemaligen Hamburgers nur noch aus kurzer Distanz vollenden musste (14. und 26.).

„Ich habe ihn zweimal gesehen und er ist eben ein eiskalter Stürmer, der nicht viele Chancen braucht. Es hat heute eben alles gepasst“, gab der gebürtige Berliner Ben Hatira, Ende August erst in letzter Minute in seine Heimatstadt gewechselt, die Komplimente zurück.

Dabei musste Trainer Markus Babbel, eigentlich kein Freund der Rotation, zu seinem Glück gezwungen werden. Nur aufgrund der gelb-rot-Sperren von Christian Lell und Adrian Ramos änderte er seine Startelf auf drei Positionen - zum ersten Mal in dieser Saison. Für Ben-Hatira, der für Tunay Torun in die Stammformation rückte, war es sogar der erste Einsatz für die Hertha von Beginn an.

„Sie haben sich nahtlos in die Mannschaft eingefügt. Änis war heute in der ersten Halbzeit sensationell“, sagte Trainer Markus Babbel. „Pierre-Michel hat großes Potenzial. Er weiß, wo das Tor steht und kommt immer besser in Fahrt. aber er muss auch noch viel lernen.“

Und auch Babbels dritter Änderung im Vergleich zur Vorwoche zeigte Wirkung. Dauerreservist Christoph Janker gab nicht nur die Vorlage zum 3:0 durch Raffael (34.), sondern engte auch die Kreise des zuletzt überragenden Kölner Nationalspielers und Identifikationsfigur Lukas Podolski entscheidend mit ein. Einen einzigen Torschuss verbuchte „Prinz Poldi“ in den gesamten 90 Minuten.

Mit nun zwölf Punkten aus den ersten acht Spielen liegen die Berliner nur einen Punkt hinter Platz vier. Das war allerdings für Manager Michael Preetz bereits Grund genug, alle aufkeimenden Hoffnungen in der schnelllebigen Hauptstadt zu dämpfen. „Für uns geht es alleine gegen den Abstieg“, sagte Preetz.

In Köln kehrte nach zuletzt zwei überzeugenden Siege wieder Ernüchterung ein. „Wir stehen mit zehn Punkten immer noch gut da. Jeder, der von mehr geträumt hat, ist nun hoffentlich wieder auf dem Boden“, sagte Podolski. „Die erste Halbzeit war unter aller Sau. Aber man muss die Kirche im Dorf lassen. Wir sind nicht der FC Barcelona oder der FC Bayern“, erklärte auch Torhüter Michael Rensing.