Lukas Podolski

"In diesem Trikot werden wir Europameister"

Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft präsentierte am Mittwoch in Hamburg ihr neues EM-Trikot: ganz klassisch in Schwarz-Weiß. Für Lukas Podolski steht fest, dass er mit dem neuen Dress Fußball-Geschichte schreiben wird – beim Testspiel am Freitag gegen die Ukraine vermutlich schon als Kapitän.

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Im EM-Trikot 2012 möchten Lukas Podolski & Co. nicht nur modisch eine gute Figur machen, sondern Fußball-Geschichte schreiben. „Mit diesem Trikot werden wir Europameister 2012“, verkündete Podolski am Mittwoch bei der Präsentation der neuen Spielkleidung der Nationalmannschaft – und der 26-Jährige sagte es auf polnisch. Schließlich findet das Turnier in seinem Geburtsland Polen sowie der Ukraine statt und ist darum etwas „ganz Besonderes“ für den Kölner.

Beim Testspiel im EM-Endspielstadion von Kiew an diesem Freitag wird das DFB-Team das Trikot einweihen – und das vermutlich sogar erstmals angeführt vom 93-maligen Nationalspieler Podolski als Kapitän.

212 Tage vor dem EM-Auftaktspiel am 8. Juni 2012 durfte Poldi zusammen mit seinen Teamkollegen Thomas Müller, Per Mertesacker, André Schürrle, Mats Hummels, Toni Kroos und Holger Badstuber in der klassisch schwarz-weißen Ausrüstung schon einmal als Model über den Laufsteg schreiten. „Wir werden in dem Trikot gut aussehen. Es gefällt uns allen sehr gut“, berichtete der Dortmunder Hummels und betonte: „Das Trikot ist einer Mannschaft, die um den Titel kämpft, würdig.“

Bei einem Titelgewinn würde es wie die Trikots der Weltmeister 1954, 1974 und 1990 sowie der Europameister 1972 und 1996 einen Ehrenplatz im deutschen Fußballmuseum in Dortmund erhalten.

Der Stoff ist glänzend, die Hose schwarz, das Trikot weiß mit V-Ausschnitt. Die traditionellen drei Streifen des DFB-Ausrüsters Adidas verlaufen in schwarz-rot-gold dezent und schräg über die Brust. Das Nationaltrikot habe einen hohen ideellen Wert, betonte Bundestrainer Joachim Löw: Es stehe für Attribute wie „Stolz“ und „Tradition“ und sei in Deutschland „mit großen Erfolgen, Namen und Geschichten“ verbunden.

„Seit der WM 2006 im eigenen Land ist auch der Nationalstolz gestiegen. Man hat gesehen, dass Millionen Menschen mit dem Trikot im Stadion auf den Straßen waren. Seit 2010 steht es auch für Multikulti“, sagte Löw. Das Trikot steigere die Vorfreude auf das Turnier im kommenden Jahr, die Präsentation bedeute einen „Meilenstein“ auf dem Weg zur Mission Titelgewinn.

Die zuletzt souverän durchlaufene Qualifikation mit zehn Siegen in zehn Partien macht dem Hoffnung. Mit der Auslosung der Gruppen Anfang Dezember beginne „die heiße Phase, die Freude steigt jeden Monat“, ergänzte Löw.

Den ersten Praxistest durchläuft die neue Kleidung am Freitag im Spiel bei einem der beiden EM-Gastgeber in der Ukraine und vier Tage später in Hamburg gegen die Niederlande. Während andere Nationen wie Portugal, die Türkei oder Kroatien in den Playoff-Partien um die letzten vier Startplätze kämpfen, hat der Bundestrainer die Möglichkeit, „einige Experimente vorzunehmen“. So wird Torwart Ron-Robert Zieler in Kiew seine Premiere als DFB-Schlussmann feiern.

„Er wird auf jeden Fall spielen, ob nun in der ersten oder in der zweiten Hälfte oder eventuell sogar 90 Minuten, das entscheiden wir Donnerstag“, sagte Löw. Der Profi von Hannover 96 bekommt damit den Vorzug vor Bremens Schlussmann Tim Wiese. Die eigentliche Nummer eins, Manuel Neuer, hat eine Pause erhalten und stößt erst am Samstag zur Mannschaft, wenn sie sich auf den zweiten Test am Dienstag gegen die Niederlande in Hamburg vorbereitet.

Zudem werden der Dortmunder Mario Götze und Mesut Özil von Real Madrid erstmals gemeinsam im Mittelfeld auflaufen. „Die Planspiele sind noch nicht gänzlich abgeschlossen, aber die Tendenz geht dahin“, sagte Löw, der zudem ankündigte, die Profis der Champions-League-Teilnehmer nicht in beiden Spielen über 90 Minuten spielen zu lassen. Nicht geklärt ist hingegen die Kapitänsfrage. Da sowohl Philipp Lahm (Pause) und Bastian Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) als auch Miroslav Klose (Knieprobleme) in der Ukraine nicht dabei sein werden, wird ein Träger der Binde weiterhin gesucht.

„Ich möchte mich noch nicht festlegen, da ich noch nicht sicher bin, mit welcher Formation wir spielen werden“, ließ Löw wissen. Per Mertesacker wäre wohl die erste Wahl, aber auch sein Einsatz sei noch nicht sicher, sagte der Bundestrainer, der den Innenverteidiger zuletzt in London „unglücklich“ agieren sah. Auch Lukas Podolski als Spieler mit den meisten Länderspielen wäre eine Alternative. „Die Entscheidung fällt am Donnerstag“, sagte Löw.