Vertragsverlängerung

Hertha BSC wartet auf Babbels "Ja"-Wort

Der Vertrag von Hertha-Trainer Markus Babbel in Berlin läuft zum Saisonende aus. Fest steht: Der Verein will verlängern - nach Informationen von Morgenpost Online sogar bis 2014. So weit so gut: Wäre da nur nicht der FC Bayern München.

Bei Hertha BSC hat man sich seit Wochen viel Mühe gegeben: Keine Wasserstandsmeldungen, keine Zeitfenster, keine Ankündigungen, nichts. Das Thema Vertragsverlängerung mit dem Trainer soll ungestört durch die Öffentlichkeit stattfinden. Nur einer redet öffentlich über das Thema: Markus Babbel.

Bekanntlich läuft der Kontrakt des Trainers bis Juni 2012. Er werde in der Länderspiel-Pause mit seiner Frau reden, berichtete Babbel am Sonntag am Rande des Trainingsplatzes. „Ich werde mir mal ein paar Gedanken machen.“ Auch mit Cotrainer Rainer Widmayer werde er sich zusammensetzen. Aber: „Nein, es hat da niemand einen Zeitplan gesetzt.“ Ob er sich diese Woche entscheide oder in der nächsten oder noch später „ist völlig offen.“

Angeblich noch keine Gespräche

Wenn er über eine Entscheidung nachdenkt, so die nächste Frage, liegt ein Hertha-Angebot also vor? Babbel schüttelte den Kopf: „Nein, wir haben noch gar nicht gesprochen. Also, ich weiß, dass der Verein verlängern will. Aber wir haben noch keinerlei Details besprochen. Es geht jetzt erst mal ums Grundsätzliche: Macht man weiter? Macht man nicht weiter? Ob Sie es mir glauben oder nicht: Darüber habe ich mir noch keine Gedanken gemacht.“

Um die Lage etwas übersichtlicher zu gestalten: Natürlich ist die Angelegenheit, ob Hertha den wichtigsten leitenden Angestellten bindet, längst vorbereitet. Manager Michael Preetz sagte am Sonntag gegenüber Morgenpost Online: „Wir wollen Kontinuität auf dieser Position. Wir wollen mit Markus Babbel verlängern.“

Mannschaft wibt um den Trainer

Dieser Wunsch ist dem Trainer zu Saisonbeginn klar übermittelt worden. Babbel hat sich in der Tat bisher auf die Tagesarbeit mit der Mannschaft gestürzt. Aber Hertha hat sich im Hintergrund längst mit Babbels Berater über Details ausgetauscht. Dazu gehören die Bezahlung, die Laufzeit und Regelungen für den Fall, dass es zu einer vorzeitigen Beurlaubung kommen sollte. Nach Informationen von Morgenpost Online bietet Hertha Babbel einen Zwei-Jahres-Vertrag zu verbesserten Konditionen.

Die Mannschaft wirbt offensiv um den Übungsleiter. So sagte Kapitän Andre Mijatovic: „Er ist der Aufstiegstrainer. Die Mannschaft versteht, wo der Trainer hin will. Ich hoffe für die Mannschaft und den Verein, dass der Trainer verlängert.“

Spekulationen um die Backup-Liste des FC Bayern

Bleibt die Frage: Was will Babbel? Für ihn hat sich das Risiko, in die Zweite Liga zu gehen, gelohnt. Er ist angetreten, um Zweitliga-Meister zu werden und aufzusteigen . Beide Ziele hat er mit Hertha BSC erreicht. Auf die Frage, ob er auch Bundesliga kann, gibt Babbel bisher eine relativ überzeugende Antwort: Der Liga-Neuling bewegt sich vom Saisonstart an im Mittelfeld in beruhigender Distanz zur Abstiegszone. Trotz der bekannten Heimspiel-Blockade.

Allerdings hat auch Hertha eine interessante Verhandlungsposition: Welcher deutlich besser gestellte Klub sucht gerade einen Trainer? Im Moment niemand. Es gibt Spekulationen, dass Babbel als Backup-Kandidat für Jupp Heynckes auf der Wunschliste des FC Bayern ganz oben stehe . Deshalb sei er in Berlin eher an einem kurzfristigen Kontrakt interessiert als an einem langfristigen. Aber wann haben im schnelllebigen Fußball-Geschäft je Backup-Listen funktioniert? Die Trainer-Frage läuft auf eine Entscheidung zu. Hertha wartet auf das Ja-Wort von Babbel. Mijatovic ist zwar keine handelnde Person in dieser Personalie, hat aber den Zeitrahmen umrissen: „Es wäre normal, wenn die Trainerfrage bis zur Winterpause geklärt ist.“ Die beginnt in sechs Wochen.

>>> Lesen Sie mehr zum Thema und reden Sie mit - im Hertha BSC Blog Immer Hertha unter www.immerhertha.de