Weaver und Wood

Alba-Duo droht gegen Oldenburg auszufallen

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Sebastian Arlt

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Vom Bett auf den Basketballplatz: Trotz einer Erkältung quälen sich die Alba-Profis Kyle Weaver und DaShaun Wood zum Training der Berliner. Sonntag gegen Oldenburg wollen sie unbedingt dabei sein. Topleistungen sind jedoch nicht zu erwarten.

Vom Bett fast direkt zum Training – fit ist jedoch etwas anderes. Aber die beiden Basketballprofis Kyle Weaver und DaShaun Wood wollen unbedingt dabei sein, wenn ihr Team von Alba Berlin am Sonntag in der Bundesliga auf die Baskets Oldenburg trifft (18 Uhr, O2 World). Also quälten sie sich am Sonnabend zum Training, nachdem sie einige Einheiten wegen einer fiebrigen Erkältung hatten ausfallen lassen müssen. Das ganze Programm konnten sie am Sonnabendnachmittag aber nicht mitmachen. „Wir müssen sehen, ob sie spielen können“, sagt Cheftrainer Gordon Herbert nur. Erst vor Spielbeginn wird entschieden.

Woods Ausfall würde Alba hart treffen

Für Alba wäre ein Ausfall – vor allem von Spielmacher Wood – natürlich eine große Schwächung. Schließlich ist der US-Spielmacher mit im Schnitt 14,4 Punkten in dieser Saison bisher bester Werfer und mit 5,6 Assists pro Spiel auch bester Passgeber der Mannschaft.

Selbst wenn Wood und Weaver dabei sein können, eine Topleistung ist von ihnen nicht zu erwarten. Und das gegen Oldenburg, „das bisher schwerste Spiel für uns in dieser Saison“, so Herbert. Aber er will kein Lamentieren: „Wir haben zehn Leute im Team, die alle stark sind, wir sind nicht von einem einzigen Spieler abhängig.“

Baskets schlugen gerade die Bayern

Nun ist Oldenburg ebenfalls sehr breit aufgestellt, doch einer überragt besonders: Bobby Brown , der 2008 Alba zum letzten deutschen Meistertitel geführt hat. Mit im Schnitt 21,3 Punkten ist der 27-Jährige der Topscorer der Bundesliga . Eine echte Herausforderung für die Defense der Berliner. Nach einem Durchhänger von drei Niederlagen hintereinander bewiesen die Baskets vor einer Woche ihre Stärke beim 88:81 gegen den prominenten Aufsteiger Bayern München.

Gerade der klare Sieg in Frankfurt (83:57) vor einer Woche hatte gezeigt, wie tief die Bank bei den Berlinern ist. Ohne Probleme konnte das Fehlen des damals an der Schulter verletzten Bryce Taylor kompensiert werden. Taylor ist inzwischen wieder dabei und sagt: „Ich habe keine Schmerzen mehr, alles ist okay.“ Noch stärker als sonst hatte Herbert die Spielzeit auf alle verteilt. So dürfte es auch gegen Oldenburg werden.

Mehr Spielanteile für Schaffartzik

Wobei auf der Aufbauposition Heiko Schaffartzik noch größere Spielzeitanteile bekommen dürfte, als er sie bisher schon hatte. Von Spiel zu Spiel hatte es mit den beiden Regisseuren besser geklappt. Mal hieß es Wood oder Schaffartzik, erstaunlich oft standen aber auch die beiden gemeinsam auf dem Feld. „Je nach Situation“, wie es Herbert ausdrückt. „Es läuft gut“, sagt Schaffartzik mit Blick auf die Zusammenarbeit mit dem Kollegen Wood.

In der vergangenen Saison, als Schaffartzik kurzfristig aus Ankara zu Alba gewechselt war, war die Situation eine andere. Nur selten standen da Schaffartzik und Taylor Rochestie gemeinsam auf dem Parkett. Coach Muli Katzurin ließ fast ausschließlich mit einem Playmaker spielen. In Europa sieht Schaffartzik „einen Trend“, dass vermehrt zwei Spielmacher gleichzeitig zum Einsatz kommen.

Oldenburg als Standortbestimmung

Schaffartzik, der bei der EM in Litauen mit im Schnitt gut 30 Minuten die längste Einsatzzeit aller im deutschen Team hatte, ist einer, der nicht zu Euphorie neigt. Entsprechend ordnet er den Sieg in Frankfurt ein: „Ich würde jetzt nicht gleich von einem Durchbruch sprechen.“ Fortschritte, ja, die seien deutlich erkennbar, „aber es werden sicher auch wieder Rückschläge kommen.“ Herbert freut sich über zuletzt wenige Ballverluste und viele Assists.

Die Partie gegen Oldenburg ist zum jetzigen Zeitpunkt eine echte Standortbestimmung. „Nach dem Spiel werden wir sehen, wo wir stehen“, sagt Sportdirektor Mithat Demirel. Egal, ob Weaver und Wood nun richtig fit sind oder auch nicht.