Nationalelf

Löw verzichtet für zwei Spiele auf Kapitän Lahm

In den beiden letzten Länderspielen 2011 tritt die DFB-Elf ohne ihre Anführer Lahm und Schweinsteiger an. In Kiew könnte Torwart Zieler sein Debüt geben.

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Nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Bastian Schweinsteiger verzichtet Bundestrainer Joachim Löw in den Länderspielen gegen die Ukraine und den WM-Zweiten Niederlande auch auf Kapitän Philipp Lahm. Der Außenverteidiger des Rekordmeisters Bayern München wird in den letzten beiden Begegnungen des Jahres gegen den EM-Gastgeber in Kiew am kommenden Freitag (11. November, 20.45/ARD) sowie am 15. November gegen den Erzrivalen in Hamburg (20.45/ZDF) geschont.

„Ich habe am Donnerstagnachmittag mit Philipp telefoniert. Danach habe ich entschieden, dass er diesmal nicht dabei ist. Er absolviert in jeder Saison sehr viel Spiele und meistens über 90 Minuten. Deshalb erhält er jetzt eine Pause, und ich habe die Möglichkeit, anderen Alternativen auf der linken Abwehrseite zu testen“, sagte Löw.

Als Ersatz für Schweinsteiger (Schlüsselbeinbruch) nominierte der Bundestrainer den Leverkusener Lars Bender, der den Vorzug vor seinem angeschlagenen Zwillingsbruder Sven und dem formschwachen Ilkay Gündogan (beide Borussia Dortmund) erhielt. In Sami Khedira, Toni Kroos, und Simon Rolfes hat Löw auf der Position im defensiven Mittelfeld weitere Alternativen.

Torwart Manuel Neuer wurde ausschließlich für das Spiel gegen die Niederlande nominiert, sodass beim Einweihungsspiel der EM-Finalarena in Kiew entweder Tim Wiese spielt oder Ron-Robert Zieler sein Debüt im DFB-Dress feiern wird.

Wieder mit von der Partie ist Top-Torjäger Miroslav Klose, der zum Abschluss der erfolgreichen EM-Qualifikation in der Türkei (1:0) und gegen Belgien (3:1) verletzt gefehlt hatte.

Das DFB-Team trifft sich am kommenden Dienstag in Hamburg. Beide Spiele dienen als Härtetest für die EM in Polen und der Ukraine, bei der Deutschland als Mitfavorit auf den Titel gilt.

Die deutschen Nationalspieler erhalten im Falle eines EM-Triumphes 2012 in Polen und der Ukraine mehr Geld als ursprünglich angenommen. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Freitag in einer Pressemitteilung bestätigte, erhält jeder Spieler bei einem Finalsieg 300.000 Euro. Noch im Oktober hatte Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff betont, dass die Titelprämie im Vergleich zur EM 2008 und zur WM 2010 unverändert bei 250.000 Euro liegen solle. Im Klartext: Wird Deutschland 2012 Europameister, macht das bei einem 23-Mann-Kader 6,9 Millionen Euro allein an Spielerprämien. Das ist genau so viel, wie 2006 bei der Heim-WM zu holen gewesen wäre.

Die Steigerung begründete der DFB nun mit höheren Einnahmen. Die Europäische Fußball-Union (Uefa) schüttet insgesamt 23,5 Millionen Euro an den kommenden Europameister aus.

„Wie freuen uns, dass wir mit Kapitän Philipp Lahm und dem Mannschaftsrat in vertrauensvollen Gesprächen so schnell und unkompliziert diese erfolgsabhängige Regelung gefunden haben. Die Mannschaft stellt sich dem Leistungsprinzip, und wenn sie bei der EM erfolgreich spielt, worauf wir alle hoffen, wollen wir das gerne honorieren“, sagte DFB-Präsidemt Theo Zwanziger.

Bei einem Aus in der Vorrunde werden die Auserwählten von Bundestrainer Joachim Löw im kommenden Jahr leer ausgehen. Für das Erreichen des Viertelfinals bekommt jeder Spieler 50.000 Euro, für das Halbfinale 100.000 Euro und für die Endspielteilnahme 150.000 Euro.

Bei der EM 2008 in der Schweiz und Österreich hatten die Nationalspieler jeweils 150.000 Euro für den zweiten Platz erhalten, der dritte Platz bei der WM in Südafrika brachte den Profis 100.000 Euro ein. In der Qualifikation für die EM 2012 hatten die Topverdiener 180.000 Euro kassiert.

Die Prämie für den Titelgewinn bedeutet eine Steigerung gegenüber der WM 2010 um 50.000 Euro. Sie wird mit höheren Einnahmen des DFB begründet. Der Europäische Fußball-Verband (UEFA) schüttet insgesamt 23,5 Millionen Euro an den kommenden Europameister aus.

Das Aufgebot der deutschen Fußball-Nationalmannschaft für die Länderspiele in der Ukraine und gegen die Niederlande:

Tor: Manuel Neuer (Bayern München/nur für Niederlande-Spiel nominiert), Tim Wiese (Werder Bremen), Ron-Robert Zieler (Hannover 96).

Abwehr: Dennis Aogo (Hamburger SV), Jerome Boateng (Bayern München), Holger Badstuber (Bayern München), Benedikt Höwedes (Schalke 04), Mats Hummels (Borussia Dortmund), Per Mertesacker (Arsenal London), Christian Träsch (VfL Wolfsburg), Marcel Schmelzer (Borussia Dortmund).

Mittelfeld: Lars Bender (Bayer Leverkusen), Mario Götze (Borussia Dortmund), Sami Khedira (Real Madrid), Toni Kroos (Bayern München), Thomas Müller (Bayern München), Lukas Podolski (1. FC Köln), Mesut Özil (Real Madrid), Marco Reus (Borussia Mönchengladbach), Simon Rolfes (Bayer Leverkusen), Andre Schürrle (Bayer Leverkusen).

Angriff: Mario Gomez (Bayern München), Miroslav Klose (Lazio Rom), Cacau (VfB Stuttgart).