Emotionaler Abgang

HSV-Trainer Fink weint beim Abschied aus Basel

Er wollte seine letzte Rede vor versammelter Mannschaft halten, doch er kam nicht weit. Thorsten Fink vergoss Tränen, auch seine Spieler waren ergriffen.

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Der Abschied fiel extrem emotional Aus. Thorsten Fink wollte seinen Spielern vom FC Basel tapfer Lebewohl sagen. Doch er kam bei seiner letzten Rede vor versammelter Mannschaft nicht weit. Der neue Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV, der am Donnerstag seinen letzten Arbeitstag in der Schweiz hatten, schluckte erst. Dann stockten seine Worte und schließlich brach er in Tränen aus.

Laut der Schweizer Zeitung „Blick“ soll der Abschiedsschmerz auch die Baseler Spieler übermannt haben. Der ehemalige Bundesligaprofi Marco Streller sagte: „Es tut verdammt weh. Es war der emotionalste Moment in meiner ganzen Karriere. Es ist kurz eine kleine Welt zusammengebrochen. Was in der Kabine abging, sagt alles über das aus, was Thorsten Fink in den zweieinhalb Jahren hier geleistet hat. Es war wirklich ein magischer Moment.“

Einige Fans des Baseler Klubs sehen den Abgang des Trainers mitten während der Saison und kurz vor dem wichtigen Spiel in der Champions League am Dienstag gegen Benfica Lissabon zwar kritisch. In Internet-Foren werfen sie dem 43-Jährigen vor, er sei „charakterlos“. Doch seine nunmehr ehemaligen Schützlinge sehen das anders. Der Spieler Yann Sommer berichtete, die Nachricht von Finks Demission sei für ihn wie „ein Schlag ins Gesicht“ gewesen. Und Fabian Frei sagte dem „Blick“: Ich musste zweimal leer schlucken. Aber niemand kann Fink böse sein. Er ist ein Erfolgsmensch und will den nächsten Schritt in seiner Karriere machen. Das muss man verstehen.“

Fink selbst erläuterte den Spielern bei seinem Abschied die Gründe. „Es gibt in jedem Leben schwierige Entscheide. Wenn so ein Angebot kommt und man die Möglichkeit hat, einen Klub wie den HSV zurück an die Spitze zu führen, muss ich mir das überlegen. Gerade als Deutscher will ich diese Herausforderung annehmen. Ich wünsche euch alles Gute“, soll er gesagt haben.

Aller Voraussicht nach wird er sich das Spiel seines neuen Arbeitsgebers HSV am Sonntag beim SC Freiburg im Fernsehen anschauen. Sportchef Frank Arnesen leitet die Mannschaft ja übergangsweise an. Ins Stadion wird er wohl nicht gehen, weil der Aufruhr um seine Person eventuell zu groß sein könnte. Am Montag soll er dann in Hamburg offiziell vorgestellt werden, am Dienstag das erste Training leiten. Und vielleicht fließt dann am Abend eine weitere Träne, wenn Basel in der Königsklasse gegen Lissabon spielt.

Vor seiner Ankunft beim Bundesliga-Schlusslicht Hamburger SV strotzt er aber vor Selbstbewusstein. „Wir sind viel stärker als viele Klubs in der Bundesliga“, sagte der ehemalige Bayern-Profi: „Ich mache mir keine Sorgen, dass wir absteigen.“

Fink war für eine Ablösesumme von angeblich maximal 850.000 Euro verpflichtet worden. Nach der Entlassung von Michael Oenning hatte der HSV 24 Tage gebraucht, um einen Trainer zu präsentieren. Finks erstes Spiel wird dann das Nordduell mit dem VfL Wolfsburg am 22. Oktober sein.