Erfolg in Freiburg

Arnesen bringt dem Hamburger SV das Glück zurück

Der Sportchef übergibt die Mannschaft des Hamburger SV mit einem Sieg über Freiburg an den neuen Trainer Thorsten Fink, der am Montag offiziell vorgestellt wird.

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Frank Arnesen hat auch früher schon einmal den Feuerwehrmann gegeben. Beim PSV Eindhoven sprang er 1991 als Trainer mal ein. Seine Bilanz damals: sechs Spiele, sechs Siege. Beim HSV erwies er sich wieder als Glücksbringer. Der Sportchef, der für die Partie beim SC Freiburg auch den Trainer geben musste, führte seine Mannschaft zum 2:1 (1:0). Nun übernimmt ja Thorsten Fink .

Der Einstand von Arnesen, der auch gleichzeitig sein Ausstand als Trainer war, begann gleich vielversprechend. Nach einer Ecke nutzte Heung-Min Son die Konfusion der Freiburger Hintermannschaft aus und drückte aus kurzer Distanz den Ball mit dem Kopf ins Tor. Die Gastgeber sind damit das Team, das in dieser Saison die meisten Kopfball-Gegentore (7) hinnehmen musste. Bis zum Treffer von Son teilten sie diese Marke noch mit dem HSV.

„Es war ein sehr spannendes Spiel, aber so sind solche Spiele. Am Ende haben wir Glück bei dem Elfmeter, aber das gehört auch dazu. Wir haben die ersten 20 Minuten sehr gut gespielt und dann Freiburg zu sehr kommen lassen. Am Ende hat uns auch unser Torwart den Sieg gerettet, er war heute sehr stark“, sagte ein erleichterter Arnsesen nach Spielende. Und auch Torschütze Ilicevic war mehr als zufrieden: „Von so einem Einstand träumt man.“

Es war eine intensive und offene Partie. Freiburg hatte in der ersten Spielhälfte leichte Vorteile, scheiterte aber wiederholt am vielgescholtenen, diesmal aber gut aufgelegten Torwart Jaroslav Drobny. Der HSV spielte zwar seine Konterchancen nicht konsequent genug aus.

Weil es Freiburg aber kaum besser machte, kamen die Gäste zu einem ungewohnten Genuss: Noch nie waren sie in dieser Saison mit einer Führung in die Halbzeitpause gegangen.

Doch dieses Hochgefühl verflüchtigte sich schon kurz nach Wiederanpfiff. Die Hamburger wurden von einem schnell vorgetragenen Angriff überrumpelt. Abwehrspieler Slobodan Rajkovic machte keine gute Figur, und der Freiburger Torjäger Papiss Demba Cisse schlug in der 47. Mnute die Einladung nicht aus – der Treffer zum 1:1 war bereits sein siebter in dieser Saison.

Cisse verschießt Elfmeter

Der SC Freiburg war in der zweiten Hälfte das bessere Team, der HSV aber das glücklichere. Der kurz zuvor eingewechselte Ivo Ilicevic traf zum 2:1 (74.), und bei Freiburg verschoss Cisse einen Elfmeter (81.). Arnesens Plan, dem neuen Trainer Thorsten Fink die Mannschaft im Paket mit einem Sieg zu übergeben, ging auf.

Fink hatte sich die Partie in Hamburger „Grand Elysee Hotel“, wo er zunächst wohnen wird, angeguckt. „Ich wollte nicht unnötig für Unruhe sorgen“, sagte er.

Weil seine Spieler am Montagmorgen nur ein wenig die Beine im leichten Trab locker machen sollten und für ihn selbst kurz danach die offizielle Vorstellung beim HSV ansteht, wird der 43-Jährige erst von Dienstag an das Training leiten .

Fink sieht Potenzial

Gefragt nach seinen Zielen sagte Fink: „Natürlich wollen wir jetzt nicht sofort Meister werden, aber die Mannschaft hat großes Potenzial für die Zukunft. Der HSV ist viel stärker als viele Klubs in der Bundesliga.“ Eine kühne Aussage angesichts des Tabellenplatzes, aber Fink wurde von den Hamburgern ja unter anderen wegen seiner angeblich unerschütterlichen Zuversicht verpflichtet.

Vielleicht wirkte die ansteckend, jedenfalls wurde in den vergangenen Jahren kaum ein Trainer des HSV mit so vielen Vorschusslorbeer empfangen wie Fink. Am Wochenende erteilte ihm Klubidol Uwe Seeler Absolution. Der 74-Jährige erzählte, dass ihm Finks Art schon als Spieler gefallen habe.

Von Seiten seines ehemaligen Klubs FC Bayern meldete sich der Klubchef Karl-Heinz Rummenigge zu Wort. „Thorsten ist charakterlich einwandfrei und hat gute Trainer in seiner Laufbahn gehabt. Von Trapattoni und Hitzfeld hat er viel gelernt und in Basel gute Erfahrungen gemacht“, sagte Rummenigge.

Er glaube, der HSV habe „den richtigen Mann geholt“ . Zumindest scheint dem das richtige Programm für seine Aufbauarbeit beschert zu sein. Der HSV spielt in den nächsten beiden Wochen gegen Wolfsburg und Kaiserslautern jeweils zu Hause.

Hinkel-Debüt für Freiburg

Am Sonntag konnten aber auch die Freiburger mit einer interessanten Personalie aufwarten. Bei ihnen wirkte erstmals nach seiner Verpflichtung Andreas Hinkel mit. Der ehemalige deutsche Nationalspieler (21 Länderspiele) war ja vor rund einer Woche aus der Arbeitslosigkeit geholt worden. Der 29-Jährige ersetzte rechts in der Abwehr Mensur Mujdza, der wegen eines Mittelfußbruchs lange ausfällt.

Auch Hinkels Leidensgeschichte ist lang. Er hatte im August 2010 als Profi von Celtic Glasgow einen Kreuzbandriss erlitten und war seither nicht mehr zum Einsatz gekommen. Nachdem er bei seinem Stammverein VfB Stuttgart als Gast mittrainiert hatte, verpflichtete ihn Freiburg wegen akuter Not in der Abwehr.

Bedenken, dass Hinkel überfordert sein könne, hatte er keine. Er sollte Recht behalten. Hinkel lieferte eine ordentliche Vorstellung ab. Doch das half Freiburg am Ende auch nicht. „Wir haben Riesenchancen, aber machen sie nicht rein. Normalerweise darfst du so ein Spiel nicht verlieren“, sagte Hinkel.