Hoppegarten

Stute Danedream holt Großen Preis von Berlin

15.000 Zuschauer haben am Sonntag den Großen Preis von Berlin verfolgt, der erstmals seit 67 Jahren wieder in Hoppegarten stattfand. Rennbahnbesitzer Schöningh zeigte sich „absolut zufrieden" – auch, wenn der beste Jockey der Welt absagen musste.

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67 Jahre Wartezeit seit der letzten Austragung des Rennens in Berlin sind beendet, als sich Sonntagnachmittag, direkt vor den etwa 15.000 Besuchern an der Start-Ziel-Geraden, die Boxen für die zehn nervös tänzelnden Vollblüter zum 121. Großen Preis von Berlin öffnen. Rund 150 Sekunden und 2400 Meter später steht der Sieg der dreijährigen Stute Danedream unter Jockey Andrasch Starke fest.

Für Trainer Peter Schiergen (Köln), selbst mehr als 1000 Mal siegreich im Sattel, aus zwei Gründen ein fabelhafter Tag. „Das Tempo am Anfang war verhalten, und Andrasch konnte beim Einbiegen auf die Zielgerade die Reserven von Danedream voll in die Waagschale werfen. Wir hatten auf einen solchen Rennverlauf gehofft, weil kein Pferd im Feld war, das von Beginn an das Tempo stark forcieren würde. Unser Pferd ist im Rennen unkompliziert, kann aus jeder Position gut beschleunigen und besitzt starken Speed“, sagte der 46-Jährige. Lohn des beherzten Ritts: 100.000 der ausgeschriebenen 175.000 Euro. Die Plätze in dem als Gruppe-I-Prüfung (eines von sieben Rennen dieser Qualität in Deutschland) über die Steherdistanz von 2400 Meter ausgetragenen Rennen belegten 26:10-Favorit Scalo (Eddie Pedroza) und die 398:10-Außenseiterin Superstition (Andreas Suborics).

„Heute hat alles perfekt gepasst. Danedream fühlte sich offensichtlich wohl. Sie hat am Ende gezeigt, über welche Reserven sie verfügt“, war auch Starke rundum zufrieden.

Star-Jockey Dettori nicht dabei

Dabei hatte der bestdotierte Renntag des Jahres für Hoppegarten-Besitzer Gerhard Schöningh nicht gut begonnen. Lanfranco Dettori, dessen Name häufig zuerst fällt, wenn der beste Jockey der Welt benannt werden soll, war am Freitag bei den King George VI and Queen Elizabeth Stakes (dotiert mit 1,1 Millionen Euro) auf der weltberühmten Bahn in Ascot gestürzt. Schlimmer noch: Dettoris Pferd Rewilding brach sich ein Bein und musste eingeschläfert werden. „Das ist tragisch. Ich bin aber froh, dass Lanfranco Dettori nichts Gravierendes passiert ist. Dass er seine Ritte bei uns abgesagt hat, ist nachvollziehbar“, sagte Schöningh, der mit „seinem“ Renntag aber „absolut zufrieden“ war. Für den 40 Jahre alten Italiener Dettori wäre ein Ritt in Berlin der erste nach einer zehnjährigen Pause gewesen. Er wurde ersetzt durch den ehemaligen Hoppegarten-Lehrling Alex Pietsch, der mit Cavalryman aber keine Rolle spielte und nur auf Rang zehn einlief.

Im mit 80.000 Euro dotierten zweiten Hauptereignis des Tages, dem Internationalen Superhandicap über 1800 Meter, setzte sich 228:10-Außenseiter Point Blank durch. Der dreijährige Hengst flog der Konkurrenz förmlich davon – Kunststück, durfte er mit der nur 51 Kilo schweren Steffi Hofer (inklusive Sattel) doch ein echtes Leichtgewicht ins Ziel tragen. Für die 23-Jährige aus Krefeld und ihren Vater Mario, der Point Blank auch trainiert, ein wahrer Festtag. „Ich hätte nicht gedacht, dass es am Ende so reibungslos klappt“, sagte die junge Dame. Auf den Plätzen kamen der zweite Favorit Empire Storm (Eddie Pedroza), Combat Zone (T.Queally) und Lyssio (Andrasch Starke) ein.

Engagierte Araber

Dritter Höhepunkt des Tages war der Durchgang zum Sheikh Zayed Bin Sultan Al Nahyan Listed Cup. Es war das dritte Rennen für Arabische Vollblüter in Hoppegarten und ist Teil der internationalen Rennserie des H.H. Sheikh Mansoor Bin Zayed Al Nahyan Global Arabian Horse Flat Racing Festivals. Der Niederländer Koen Clijmans gewann auf Tatsuya vor Cool Burn mit dem in England aufgewachsenen Terence Hellier im Sattel und Little Star unter Stephen Hellyn (Niederlande).

Für H.E. Mahmoud Mohamed Al-Mahmoud, Botschafter der Vereinigten Arabischen Emirate in Berlin, geht das Engagement der Araber über den reinen Sport hinaus. „Wir wollen auch einen Teil unserer Kultur, die mit dem Pferdesport eng verbunden ist, den Berlinern und den anderen Gästen ein Stück näher bringen.“