Der älteste in Deutschland aktive Jockey hat auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten sein bislang wichtigstes Rennen gewonnen. Im Sattel der 182:10 Außenseiterin Selkis aus dem Gestüt Schlenderhan besiegte der 53 Jahre alte Viktor Schulepow aus Langenhagen bei Hannover am Pfingstsonntag seinen 32 Jahre jüngeren Konkurrenten Alexis Balde auf Julie's Love.
Vor 8800 Zuschauern rettete der gebürtige Russe Schulepow im Endkampf des Diana Trials (ein 70.000 Euro dotiertes Rennen der Europa-Gruppe II) über 2000 Meter einen hauchdünnen Vorsprung ins Ziel. Selkis gehört Deutschlands ältestem Privatgestüt Schlenderhan an, dem die Siegprämie von 40.000 Euro gut geschrieben wurde.
Zuvor hatte der Jockey-Senior auf den letzten Metern das gesamte Feld überspurtet. Selkis fing die schon wie die Gewinnerin aussehende und klar vorn liegende Julie's s Love (Alexis Badel) um Nasensprung ab, während die lange das Tempo bestimmende Night of Dubai (Terence Hellier) den dritten Platz besetzte. Enttäuschend war das Abschneiden der 31:10 Favoritin Dalarna (Alex Pietsch), die nicht über den siebenten Platz im 11er-Feld hinaus kam.
Schulepow war erst am Mittwoch von Trainer Jens Hirschberger für den Ritt engagiert worden, da die Schlenderhaner Vertragsjockeys Adrie de Vries und Michael Cadeddu auf anderen Bahnen eingesetzt waren.
„Ich hatte niemals damit gerechnet, noch einmal in einem solch großen Rennen überhaupt reiten zu dürfen“, sagte Schulepow, der sich im Laufe seiner Karriere bereits mehrere schwere Verletzungen, darunter auch eine Rückenmarks-Beschädigung, zugezogen hatte.
Die aus einer mehrmonatigen Rennpause kommende Stute Selkis zählt nun zum Kreis der Favoritinnen für das deutsche Stuten-Derby am 7. August in Düsseldorf.
dpa/sei



