Deutscher Sieg

Greipel gewinnt zehnte Tour-Etappe im Zielsprint

Andre Greipel hat auf der Zielgeraden die zehnte Etappe der 98.Tour de France gewonnen und damit für den ersten deutschen Erfolg in diesem Jahr gesorgt.

Andre Greipel trat mit letzter Kraft in die Pedale, dann ballte er die Faust und ließ seinen Gefühlen freien Lauf. Der gebürtige Rostocker gewann die zehnte Etappe der 98. Tour de France im direkten Duell gegen seinen großen Widersacher Mark Cavendish und feierte damit den größten Erfolg seiner Karriere. Den dritten Platz belegte der Spanier Jose Joaquin Rojas.

„Ich bin heute der glücklichste Mensch der Welt. Ein Etappensieg bei der größten Rundfahrt der Welt – das ist ein unglaubliches Gefühl. Heute haben sich alle Mühen ausgezahlt“, sagte Greipel, der einen Tag nach dem ersten Dopingfall bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt für die sportlichen Schlagzeilen sorgte. Der Fahrer vom Team Omega-Pharma holte zugleich den ersten deutschen Etappensieg seit 2009. Heinrich Haussler hatte damals in Colmar gewonnen.

Voeckler weiter in Gelb

In der Gesamtwertung gab es keine Veränderungen. Das Gelbe Trikot des Führenden trägt weiterhin der Franzose Thomas Voeckler, der 1:49 Minuten vor dem Spanier Luis Leon Sanchez liegt. Bester Deutscher bleibt 2:38 Minuten zurück Tony Martin als Sechster. Auch die beiden großen Favoriten Andy Schleck (Luxemburg) und Alberto Contador (Spanien) liegen weiterhin 1:30 Minuten auseinander.

Nicht mehr am Start war dagegen der Russe Alexander Kolobnew , der positiv auf das harntreibende Mittel Hydrochlorothiazid (HTC) getestet worden war und damit am Abend des Ruhetags für Negativ-Schlagzeilen gesorgt hatte. Die ASO wertet den Fall des Russen als erfolgreichen Schlag gegen Doping. „Der Radsport wehrt sich. Der Fall ist ein gutes Beispiel dafür, wie gut die Organisationen zusammenarbeiten“, sagte Tour-Direktor Christian Prudhomme.

Kaum Aufregung wegen Dopingfall Kolobnew

Der Franzose betonte, dass ein effektiver Kampf gegen verbotene Substanzen nur möglich sei, wenn der Weltverband UCI und die französische Anti-Doping-Agentur AFLD Hand in Hand agierten. In der Vergangenheit hatte es unter dem früheren AFLD-Präsidenten Pierre Bordry oft Probleme zwischen der Agentur und der UCI gegeben.

Am Start der 10. Etappe in Aurillac war von Aufregung über Kolobnews positive A-Probe auf das harntreibende Mittel HTC wenig zu spüren. Die Substanz hat keine leistungssteigernde Wirkung, steht aber als Verschleierungsmittel für Dopingsubstanzen unter Punkt S5 auf der Verbotsliste der UCI.

Klöden-Helfer Popowitsch gibt auf

Wie Kolobnew fehlte am Dienstag auch Jaroslaw Popowitsch auf der Startliste. Der Ukrainer trat wegen Fiebers nicht mehr an und ist damit schon der dritte RadioShack-Fahrer nach dem Slowenen Janez Brajkovic (Schlüsselbeinbruch) und dem Amerikaner Chris Horner (Nasenbeinbruch), der die Tour aufgeben muss. Popowytsch war auf der fünften Etappe zweimal gestürzt, am Ruhetag hatte sich bei ihm keine gesundheitliche Besserung eingestellt.

Damit muss Andreas Klöden auf einen weiteren Helfer verzichten. Der frühere Tour-Zweite, der bei dem Massensturz am Sonntag eine Prellung am Rücken erlitten hatte, setzte seine Fahrt fort und liegt mit 2:43 Minuten Rückstand weiter gut im Rennen.

Am Mittwoch bietet sich den Sprintern noch einmal eine Chance auf eine Massenankunft, ehe es einen Tag später in die Pyrenäen geht. Auf der 167,5 km langen Etappe von Blaye-les-Mines nach Lavaur warten nur zwei Bergwertungen der dritten und vierten Kategorie auf die Fahrer.