Radsport

Etappensieg für Cavendish – Hushovd weiter in Gelb

In einem packenden Finale hat sich Cavendish im Sprint gegen Gilbert durchgesetzt. Zuvor gab es einige Stürze auf der 5. Etappe. Dabei erwischte es auch Contador.

„Bad Boy“ Mark Cavendish hat sich bei der 98. Tour de France eindrucksvoll zurückgemeldet und seinem Widersacher Andre Greipel eine Lektion erteilt.

Der exzentrische Brite holte sich nach den Pleiten der vergangenen Tagen auf der von vielen Stürzen überschatteten fünften Etappe über 165 km von Carhaix nach Cap Frehel den ersten Sieg bei der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt. Greipel war auch im zweiten Massensprint chancenlos und belegte den sechsten Platz.

Cavendish, der den belgischen Auftaktsieger Philippe Gilbert und den Spanier Jose Joaquin Rojas auf die Plätze verwies, stieg zugleich mit dem 16. Etappensieg seiner Karriere zum erfolgreichsten Sprinter der Tour-Geschichte auf. Bislang hatte er mit dem Belgier Freddy Maertens gleichauf gelegen. Unangefochtener Spitzenreiter bleibt allerdings die belgische Rad-Legende Eddy Merckx mit 34 Tagessiegen.

Hushovd weiter in Gelb

Die Rekordlisten müssen umgeschrieben werden, in der Gesamtwertung 2011 gab es dagegen keine Veränderungen. Der Noweger Thor Hushovd trägt weiterhin das Gelbe Trikot. Eine Sekunde zurück folgt der Australier Cadel Evans vor dem Luxemburger Frank Schleck (0:04). Bester Deutscher bleibt der frühere Tour-Zweite Andreas Klöden mit einem Rückstand von fünf Sekunden.

Auch bei den Topfavoriten Alberto Contador und Andy Schleck blieb alles beim Alten. Ein ruhiger Tag wurde es aber insbesondere für den Vorjahressieger aus Spanien nicht. Der 28-Jährige kam 87 Kilometer vor dem Ziel bei einem Massensturz zu Fall, konnte die Fahrt aber mit zerfetztem Trikot fortsetzen.

Nicht so glimpflich lief der Sturz beim Slowenen Janez Brajkovic ab. Der RadioShack-Fahrer, der in diesem Jahr unter die besten Zehn fahren wollte, musste nach einem Sturz ins Krankenhaus transportiert werden. Für ihn ist die Tour beendet.

Erwischt hat es auf der fünften Etappe auch den belgischen Top-Sprinter Tom Boonen. Der Quick-Step-Profi konnte nach einem Sturz zwar blutend weiterfahren, erreichte aber mit großem Zeitrückstand das Ziel. Boonen scheint mit der Tour seit Jahren auf Kriegsfuß zu stehen. 2008 durfte er wegen seines Kokain-Skandals nicht starten, ein Jahr später musste er wegen Fiebers aussteigen und 2010 fehlte der frühere Paris-Roubaix-Sieger wegen einer Knieverletzung.

Kurz vor seinem Sturz hatte Boonen noch die Wut von Cavendish auf sich gezogen. Der Belgier verließ beim Zwischensprint die Linie und schnitt so dem heranrasenden Cavendish den Weg ab, was dieser mit einer erhobenen Faust quittierte.

Vierköpfige Fluchtgruppe

Für die sportlichen Schlagzeilen sorgten indes andere. Zunächst suchte die vierköpfige Fluchtgruppe, bestehend aus Jose Gutierrez (Spanien) und den drei Franzosen Tristan Valentin (Cofidis), Sebastien Turgot und Antony Delaplace das Weite, doch bereits 46 Kilometer vor dem Zielstrich hatte das Peloton die Ausreißer wieder eingeholt. Immerhin passierte das Quartett noch in Führung liegend die Zwischensprintwertung. In der Schlussphase versuchten Thomas Voeckler und Jeremy Roy ihr Glück, um den ersten Etappensieg für Frankreich bei der diesjährigen Tour zu holen.

Nach dem Intermezzo in der Bretagne nimmt das Peloton auf der 6. Etappe Kurs auf die Normandie. Eine einfach Fahrt steht auf den 226,5 Kilometern von Dinan nach Lisieux nur auf den ersten 90 Kilometern an, danach warten einige giftige Anstiege. Gleich drei Bergwertungen, zwei der dritten und eine der vierten Kategorie, haben die Tour-Organisatoren eingebaut. Und der ansteigende Schlusskilometer wird den Sprintern dann wohl endgültig den Tag verderben.