Radsport

Die 98. Tour de France hat ihren ersten Dopingfall

Der Russe Alexander Kolobnew ist positiv auf das harntreibende Mittel HCT getestet worden. Der Katjuscha-Profi wurde von seinem Team entlassen.

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Nach dem positiven Medikamenten-Befund ist der russische Radprofi Alexander Kolobnew von seinem Rennstall Katusha suspendiert worden. Das bestätigte Teamsprecher Andrea Agostini am Dienstagmorgen in Vézac. Gemäß der Richtlinien des russischen Tour- de-France-Teams wurde der zweimalige Vizeweltmeister nicht entlassen. Diese Maßnahme stehe erst an, wenn die B-Probe den Test auf das oft zur Doping-Verschleierung benutzte Präparat Hydrochlorothiazid (HCT) bestätigt. Kolobnew war am 6. Juli positiv auf das Diuretikum getestet worden, wie der Weltverband UCI am Montag mitgeteilt hatte.

Bei positiver B-Probe drohen dem 30 Jahre alten Russen nicht nur die Entlassung und eine Zweijahressperre, sondern auch eine hohe Geldstrafe. Laut Mannschaftsregularien müssen des Dopings überführte Fahrer als Strafe das fünffache Jahresgehalt bezahlen. Im Kolobnews Fall dürfte diese Summe deutlich mehr als eine Million Euro sein.

Der zweimalige russische Straßen-Meister war am Montagabend selbst zur Polizei gegangen, wie Katusha meldete. Er habe entschieden, die Tour zu verlassen. Am Abend hatte eine Anti-Doping-Spezialeinheit der Polizei das Teamhotel untersucht. Der Weltverband hatte Kolobnew nicht suspendiert, weil HCT nicht auf der UCI-Dopingliste steht.

Im Vorjahr war während der Tour kein Dopingfall bekanntgegeben worden. Erst im September wurde publik gemacht, dass Sieger Alberto Contador positiv auf Clenbuterol getestet worden war. Der Fall liegt beim Sportgerichtshof CAS. Contador fährt derzeit die Tour mit.