Tod mit 23

Herzattacke – Ex-Alba-Spieler Compaoré gestorben

Der Basketballer Thomas Compaoré wurde nur 23 Jahre alt. Der ehemalige Center von Alba Berlin wollte nur prüfen, ob er seine Karriere fortsetzen könne. Dann brach er bei einem Fitness-Test in Frankreich zusammen.

Der ehemalige Alba-Spieler Thomas Compaore ist am Donnerstag im Alter von 23 Jahren in Frankreich an Herzversagen gestorben. In der 22-jährigen Vereinsgeschichte trennte sich der Berliner Basketball-Klub von einigen Profis nicht im besten Einvernehmen. Doch bei keinem Spieler war der Wechsel mit einer solchen öffentlichen Auseinandersetzung verbunden wie beim damals 18-jährigen Thomas Compaore im Frühjahr 2006.

Der Center aus Burkina Faso war von Alba bei einem Nachwuchscamp entdeckt, 2004 nach Berlin geholt und in der Familie des heutigen Göttinger Profis Robert Kulawick untergebracht worden. „Ich habe ihn sehr gemocht. Wir sind alle geschockt“, sagte er der „B.Z.“. Im damaligen Farmteam TuS Lichterfelde zeigte Compaore sein großes Talent; er sollte schrittweise an die Profi-Mannschaft herangeführt worden.

Nach sechs Kurzeinsätzen für Alba, in denen er vier Punkte erzielte, wollte er die Berliner 2006 verlassen, obwohl sein Vertrag noch bis Sommer 2011 lief. Er wurde dabei von der Spielergewerkschaft „Spin“ offenbar nicht zu seinem Vorteil beraten: Der damalige Vorsitzende Walter Palmer bezweifelte die Rechtmäßigkeit der Aufenthaltsgenehmigung. Alba bestritt diesen Vorwurf vehement und suspendierte ihn schließlich. Beide Seiten gingen im Streit auseinander.

Compaore konnte seine eigenen Erwartungen anschließend nie erfüllen: Er spielte in unteren Ligen für ALM Evreux Basketball (2006/07) und Boulazac Basket Dordogne (2008/09) in Frankreich sowie in Katar für Al Jaish (2009). Danach unterbrach er seine Karriere auf Anraten der Ärzte wegen Herzrhythmusstörungen und arbeitete seitdem als Nachwuchstrainer für den Klub Beauvais Basket Oise.

Donnerstagabend machte er dann einen Fehler, der ihn letztlich das Leben kostete: In einem Gymnasium in Amiens absolvierte er einen Fitness-Check, um zu testen, ob er seine Karriere doch fortsetzen könne. Er brach zusammen, erlitt einen Herzanfall und starb schließlich mit 23 Jahren an Herzversagen. Der Klub organisierte eine Totenwache und psychologische Unterstützung für die geschockten Kinder.

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