Hamburger SV

Trainer Armin Veh bereitet seinen Abschied vor

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Alles deutet darauf hin, dass Armin Veh aus seinem bis Sommer 2012 befristeten Vertrag aussteigen wird. Nun kündigte der HSV-Trainer eine "zeitnahe" Erklärung an.

Getroffen haben sich Frank Arnesen und Armin Veh noch nie. Auch ein Austausch über die Kaderplanung hat zwischen den beiden bisher nicht stattgefunden. Am 1. Juli werden sie sich beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV aber wohl zumindest die Klinke in die Hand geben. Arnesen tritt dann seinen Dienst als Sportchef an. Veh wird vermutlich seinen Trainerposten räumen.

„Ich werde mich zeitnah mit einem klaren Statement zu diesem Thema äußern. Ich kann die Dinge selbst entscheiden und habe keine Lust herumzueieren“, sagt der Coach und scheint seinen Abschied aus der Hansestadt vorzubereiten. Bis zum 31. Mai können Verein und Trainer aus dem bis 2012 befristeten Vertrag aussteigen. Veh kündigte bereits an, dass er für sich eine Entscheidung getroffen habe. Nur öffentlich kommunizieren mochte er diese bisher nicht. Der 50-Jährige lässt lieber zwischen den Zeilen lesen.

Vehs Auftritt nach dem eigentlich ruhmreichen 4:0-Sieg im Nordderby am vergangenen Wochenende gegen Werder Bremen ließ eine gewisse Amtsmüdigkeit erkennen. „Hier ist eine Stimmung, als hätten wir minus zehn Punkte“, moserte Veh, war selbst von guter Laune weit entfernt und philosophierte über seine Zukunft: „Bis zum 1. Juli bin ich HSV-Trainer. Jeder weiß doch, dass ich nur noch bis zum Sommer einen Vertrag habe.“ Dabei wirkte er angespannt, zermürbt und fast ein wenig frustriert.

Verletzungsprobleme, wechselhafte Leistungen der Mannschaft, die Posse um die gescheiterte Verpflichtung von Matthias Sammer, das Wechseltheater um Ruud van Nistelrooy, die weiter ungewisse Zukunft von Klubchef Bernd Hoffmann - seit Veh das Amt in Hamburg im Mai 2010 übernommen hat, herrschte nie wirklich Ruhe im Verein. „Was hier alles passiert, ist Wahnsinn“, wiederholt der Trainer seit Wochen. Dass er mit dem Klub dennoch weiter um den Einzug in den Europapokal kämpft, geht fast unter.

„Eigentlich verlängert man so einen Vertrag, wie ich ihn habe, im Winter“, meint Veh. Noch so eine Äußerung, die tief blicken lässt. Allerdings verweigerte Veh damals selbst lange ein klares Bekenntnis zum Klub und trug damit nicht zu einer Verbesserung der Situation bei. Der HSV hat angekündigt, sich im März mit der Trainerpersonalie auseinanderzusetzen. Ob Veh so lange Geduld aufbringen wird, scheint fraglich.

Zumal auch Arnesen bei der Entscheidung ein gewichtiges Wort mitzureden haben dürfte. Dafür müsste aber zunächst einmal eine Kontaktaufnahme mit Veh erfolgen. Auf Fragen, wann und ob es diese geben werde, antwortet der Trainer lapidar: „Ich weiß es nicht.“ Im Umfeld des Vereins wird fast folgerichtig über Nachfolgekandidaten spekuliert. Eine Option ist angeblich Arnesens langjähriger dänischer Weggefährte Michael Laudrup, der derzeit den RCD Mallorca betreut.

Die HSV-Profis scheinen Veh dennoch weiter zu folgen. Das „wir“ geht Veh bei Ausführungen über seinen Arbeitgeber aber nur noch schwer über die Lippen. Zuletzt sprach er lieber über „den Verein“. Als Indiz für seinen Abgang will der Coach dies jedoch nicht gewertet wissen. „Mittlerweile wird in jede Aussage von mir etwas hineininterpretiert“, klagt der Trainer. Derartige Spekulationen wird er wohl bald selbst beenden.