Hertha gegen Union

Alle Spieler in der Einzelkritik

Rob Friend mühte sich ab, scheiterte aber Pfosten - Leichtfuß Mosquera hingegen schoss ein Traumtor. Morgenpost Online vergleicht die Leistungen der Spieler beim großen Berlin-Derby.

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Herthas Spieler in der großen Morgenpost Online-Kritik - viele schwache Leistungen und wenig Antrieb nach vorne

• Maikel Aerts: Herthas Torwart war nahezu beschäftigungslos, insgesamt nur sechsmal schoss Union auf sein Tor. Machtlos beim 1:1 und wenigstens mit einer Teilschuld am 1:2. Note 4

• Christian Lell: Der Rechtsverteidiger machte seine Seite defensiv einigermaßen ordentlich zu, setzte nach vorn aber null Akzente. Note 4

• Roman Hubnik: Der Tscheche erzielte per Kopf sein erstes Tor für Hertha, verlor aber auch den entscheidenden Zweikampf vor dem 1:1. Note 4

• Andre Mijatovic: Der Kapitän hatte mit 82 Prozent die beste Zweikampfquote aller Herthaner. Stets präsent, nah am Mann. Dazu solide Spieleröffnung. Note 3

• Levan Kobiashvili: Anfangs mit mehr Vorwärtsdrang als auf der rechten Seite Lell, dann so unauffällig wie der andere Außenverteidiger. Note 4

• Peter Niemeyer: Kehrte nach Muskelfaserriss zurück – und bot trotz des frühen Zusammenpralls mit Parensen eine starke kämpferische Leistung, ehe er nach 87 Minuten von Fabian Lustenberger abgelöst wurde. Note 3

• Raffael: Der laufstarke Brasilianer ließ defensiv nichts anbrennen und war obendrein um Struktur im Spiel nach vorn bemüht. Seine Verletzung war nicht zu bemerken. Auch emotional war er voll auf Betriebstemperatur. Ein gutes Spiel des Regisseurs. Note 3

• Nikita Rukavytsya: Der Australo-Ukrainer leitete nach Peitz‘ Patzer gedankenschnell das Führungstor ein. Nach 30 starken Anfangsminuten allerdings nahe am Totalausfall. Note 4

• Ronny: Ein regennasser Februartag bereitete dem Brasilianer sichtlich wenig Lust auf Fußball. Ein paar eigensinnige Distanzschüsse, aber viel Phlegma. Er wurde zu spät gegen (den gleichfalls wirkungslosen) Valeri Domovchiyski ausgewechselt. Anmerkenswert: Nach der Auswechslung verweigerte Ronny das übliche Shakehands. Note 5

• Rob Friend: Ja, der Kanadier mühte sich. Aber bis auf einen Pfostenschuss glückte dem schon so lange torlosen Torjäger, der erneut für den verletzten Youngster Pierre-Michel Lasogga spielte, wieder einmal keine Aktion. Note 5

• Adrian Ramos: Auch der Kolumbianer spielte schwach, aber er erarbeitete sich oder den Kollegen immerhin die ein oder andere Chance. Trotzdem weit von seiner Topform entfernt. Nur seine Schnelligkeit war erstklassig. Note 3

Unions Spieler in der Morgenpost Online-Kritik - überraschender Kampfgeist und stabiles Spiel

•Marcel Höttecke: Der Union-Torwart war in der ersten Halbzeit ein Unsicherheitsfaktor. Nach dem Wechsel wirkte er sicherer, konnte sich auszeichnen. Note 4

•Christoph Menz: Rückte nach Parensens frühem Ausfall ins defensive Mittelfeld, lieferte trotz einiger Fehler eine ordentliche Partie ab. Note 4

•Christian Stuff: Erwies sich über weite Strecken als Turm in der Innenverteidigung, lieferte sich packende Duelle mit Hertha-Stürmer Rob Friend. Note 3

•Daniel Göhlert: Der Innenverteidiger hatte in einigen Situationen (vor allem gegen Ramos) Schnelligkeitsdefizite. Ansonsten war der Verteidiger da, als er gebraucht wurde. Note 3

•Patrick Kohlmann: Spielte seine Offensivqualitäten erst in der zweiten Halbzeit ein wenig aus. Defensiv mit einigen Wacklern. Note 4

•Dominic Peitz: Leitete mit einem kapitalen Fehlpass den Rückstand ein, danach auch ohne Maske (nach Nasenbeinbruch) kampfstark, wenn auch nicht immer mit ganz fairen Mitteln. Note 3

•Michael Parensen: Musste nach seinem Zusammenprall mit Peter Niemeyer schon nach vier Minuten raus und mit Schädel-Hirn-Trauma ersten Grades ins Krankenhaus. Note –

•Paul Thomik: Musste früh für Parensen ran, arbeitete viel, sein grober Fehler gegen Raffael blieb ohne Folgen. Note 4

•Torsten Mattuschka: Vom Kapitän war in Hälfte eins nichts zu sehen. Riss nach dem Wechsel das Spiel an sich, herrlicher Freistoß zum 2:1. Note 2

•Santi Kolk: Unions Held vom ersten Derby war überhaupt nicht im Spiel. Man bekam den Eindruck, als wäre alles einen Tick zu schnell für den Niederländer. Für ihn kam Björn Brunnemann (86.). Note 5

•Chinedu Ede: Bekam den Ball nie richtig unter Kontrolle. Enttäuschende Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte. Hatte nach 58 Minuten Dienstschluss. Note 5

•John Jairo Mosquera: Hohes Laufpensum, sein Tor zum Ausgleich, als er Hubnik und Aerts keine Chance ließ, war eine Augenweide. Note 2

•Karim Benyamina: Spielte in der letzten halben Stunde für Ede. Half mit seinen Offensivaktionen, die Herthaner in Schach zu halten. Note 4