Unter Druck setzen lassen sich die Verantwortlichen des 1. FC Union nicht. Schon gar nicht bei der Sanierung der maroden Alten Försterei. So machte Dirk Zingler, der Präsident des Berliner Fußball-Drittligisten, unlängst deutlich: "Wir bauen nicht auf Teufel komm raus. Was wir hier tun, hat Auswirkungen auf die nächsten 25 Jahre."

Seit Anfang Juni arbeiten Unions Fans unter Anleitung von Bau-Fachkräften an der Heimspielstätte ihres Lieblingsvereins, erschaffen sich praktisch ihr eigenes Wohnzimmer. Und nachdem der sehr optimistische Rückkehrtermin Ende Oktober ebenso nicht zu halten gewesen war wie der Nachfolgetermin am 29. November, soll nun die Rückkehr Anfang Februar nächsten Jahres erfolgen. Zingler ist sich sicher, dass "wir am 15. Februar 2009 gegen Kickers Offenbach im Stadion An der Alten Försterei spielen" - wenn es gelinge, die jetzt vorliegenden Baupläne einzuhalten.

Der Zeitrahmen ist eng gesteckt. Ab 7. Januar soll mit der Montage der Dachkonstruktion begonnen werden. Die Fundamente dazu sind bereits gegossen. Die veranschlagte Bauzeit beträgt vier Wochen, also bis 4. Februar. Mit anderen Worten: Sollten sich Komplikationen beim Bau des Daches ergeben, wird der Termin 15. Februar kaum zu halten sein. "Dann müssten wir uns auf das nächste Heimspiel gegen Dynamo Dresden orientieren", so Zingler. Die Partie findet am ersten März-Wochenende (6./7.3.) statt.

Die Montage ist auch bei Minusgraden und leichtem Schneefall möglich. Bei extremen Verhältnissen wie Frost oder starkem Schneefall kann jedoch nicht gearbeitet werden. Nebenbei müssten auch die "Feinarbeiten" auf den Rängen abgeschlossen werden. Noch sind Zäune und Geländer anzubringen, müssen Arbeiten an Beleuchtung und Lautsprecheranlage erledigt werden. Bis zum Jahresende soll zudem die Betonierung der Ränge abgeschlossen sein.

Immerhin: Die slowakische Firma, die Union mit dem Bau des Daches beauftragt hat, hatte Anfang Dezember alle vertraglichen Termine bestätigt. Doch Dirk Zingler zählt nicht zu den Personen, die etwas dem Zufall überlassen, schon gar nicht bei diesem Projekt, auf das man beim 1. FC Union so lange hat warten müssen. So wird der Klubchef noch vor Weihnachten selbst in die Slowakei reisen, um sich "ein Bild vom Fortgang der Dachproduktion zu machen". Vertrauen ist gut, Kontrolle besser.

Mit der Montage des Daches wäre der erste Bauabschnitt auf dem Weg zu einer neuen Alten Försterei abgeschlossen. Vom 3. Juni an - also zwei Tage nach einem möglichen Relegations-Rückspiel um den Zweitliga-Aufstieg - bis zum 15. Juli soll die benötigte Rasenheizung eingebaut werden. Der Bau einer neuen Haupttribüne inklusive Multifunktionsgebäude soll schon mit Beginn des kommenden Jahres erfolgen. Die Bauarbeiten sollen während des Spielbetriebs in der Rückrunde laufen. Dauer: zwölf Monate.

Endlich vom Tisch ist der letzte Stolperstein bezüglich des Stadiongrundstückes: Der Berliner Senat hat den Erbbaurechtsvertrag zwischen Union und dem Liegenschaftsfond (Laufzeit: 65 Jahre; Pachtzins: 6,5 Prozent auf den festgelegten Kaufpreis von 1,805 Millionen Euro, erstmals zahlbar im August 2013) einstimmig genehmigt.