Es ist das Spiel eins für den 1.FC Union nach der offiziellen Bekanntgabe der Zweiten Liga als Saisonziel, dem alles untergeordnet werden soll. Folglich machte sich die Mannschaft um Trainer Uwe Neuhaus bereits am Freitag auf in Richtung Bayern, am Sonnabend soll die Serie von zwölf Spielen ohne Niederlage bei der SpVgg Unterhaching ausgebaut werden. „Die Konstanz, die wir bislang gezeigt haben, müssen wir beibehalten, dann sind wir gut dabei“, weiß Neuhaus.
Leichter gesagt als getan, denn beim Spitzenreiter muss erneut umgebaut werden. Dustin Heun (Aufbautraining nach Knie-Operation), Shergo Biran (Muskelfaserriss) und Patrick Kohlmann (Sprunggelenk) fehlen verletzt, Macchambes Younga-Mouhani ist Gelb-gesperrt. Zudem stehen hinter den Einsätzen von Nico Patschinski (grippaler Infekt), Daniel Schulz und Steven Ruprecht (beide Trainingsrückstand) Fragezeichen. Doch jammern gilt nicht bei Union, „schließlich hat Unterhaching auch mit Verletzten zu kämpfen“, sagte Union-Sportdirektor Christian Beeck.
Immerhin: Union ist in Sachen Umgang mit Baustellen inzwischen erfahren. Das beweisen nicht nur acht Saisonsiege, sondern auch das Vorankommen bei der Sanierung des Stadions an der Alten Försterei. Und, praktisch ganz nebenbei, sorgen die eifrigen Fans, die seit gut fünf Monaten zum Teil ihren Jahresurlaub opferten, um mitbauen zu können, für die Erhöhung des Vereinsvermögens um drei auf knapp vier Millionen Euro.
Die Gründe: Durch die geleistete Arbeit, die die treue Anhängerschaft unentgeltlich verrichtet, spart Union jede Menge Geld, das bilanztechnisch als stille Reserve verbucht wird, bis es zum 1. Januar 2009 der Stadionbetreibergesellschaft gutgeschrieben wird. Hinzu kommt die Wertsteigerung der Anlage durch die neuen Stehplatztraversen und die noch fertig zu stellende Dachkonstruktion.
Durch den neuen Verkehrswert der Spielstätte von vier Millionen Euro habe sich auch die Nachfrage von Sponsoren und Vermarktern erhöht. „Wir planen, die Vermarktung selbst vorzunehmen, prüfen jedoch auch andere Optionen“, sagte Zingler. Der Union-Präsident taxiert die Rechte für die Vermarktung auf zehn bis 15 Millionen Euro. Eine Summe, die als Sicherheit für den Bau der neuen Westtribüne dienen könnte. Zingler: „Wir glauben, bereits sehr gute Gespräche mit Investoren geführt zu haben.“ Zu Beginn des Jahres 2009 soll mit dem Bau begonnen werden. Geplante Bauzeit: zwölf Monate; Kosten: 12 bis 14 Millionen Euro.
"Die Westtribüne ist wichtig, aber nicht überlebenswichtig. Wir werden nicht auf Teufel komm raus bauen, lieber warten wir dann noch zwei Jahre“, will Zingler nichts überstürzen: „Denn was wir hier tun, hat Auswirkungen auf die nächsten 25 Jahre.“ Als Faktor für den Spielbetrieb sind die geplanten Vip-Logen und Business-Seats aber unerlässlich. „Wir bauen kein Stadion für die dritte Liga“, so Zingler.





