Morgens um acht Uhr fährt Bruno Labbadia an der BayArena vor. Der neue Trainer von Bayer Leverkusen hat den „Zehn-Stunden-Tag“ eingeführt und dabei schnell gemerkt, „dass es natürlich eine Umgewöhnung für die Spieler ist“. In der sechswöchigen Vorbereitung hat Labbadia dadurch vor allem die Kontrolle über die Ernährung der Profis. Nach Gymnastik um 8 Uhr gibt es ein gemeinsames Frühstück. Anschließend geht es um 10.30 Uhr zur ersten Trainingseinheit.

Labbadia redet viel, gestikuliert, dirigiert. „Der Trainer unterbricht oft und korrigiert“, erzählt Stürmer Stefan Kießling. Kommunikation und Teamwork sind Labbadia wichtig. Auch das Mittagsbuffet gibt’s gemeinsam in Sichtweite der Baustelle BayArena, die noch zwölf Monate lang ausgebaut wird. „So müssen meine Spieler nicht in Restaurants fahren. Das wäre hektisch“, findet Labbadia.
Nach dem Essen können die Profis im eigens dafür umgerüsteten VIP-Zelt schlafen, in einer Sofaecke pokern oder an einer Videokonsole spielen. Erst um kurz nach 18 Uhr ist für sie Feierabend. Für Labbadia folgen noch Gespräche mit Sportchef Rudi Völler. Denn der Kader ist noch nicht komplett.

Top-Neuzugang bisher ist Patrick Helmes, der ablösefrei vom 1. FC Köln kam. Ein Verteidiger (vermutlich Thiago Silva von Fluminense Rio de Janeiro) sowie einen Mittelfeldspieler soll Labbadia noch bekommen, um Bayer zurück ins internationale Geschäft zu führen. Der 42-Jährige freut sich riesig auf sein erstes Engagement bei einem Topklub: „Ein Verein wie Bayer kommt nicht jeden Tag um die Ecke“, weiß er.