Er wird den Vergleich nicht mögen, und doch ist er treffend: Ralf Rangnick ist der Jürgen Klinsmann der Provinz. Wie der neue Bayerntrainer erschuf auch Rangnick Erfolg auf dem Reißbrett. Sein Projekt heißt TSG 1899 Hoffenheim, wo er im Sommer 2006 anheuerte. Befeuert von den Millionen des Mäzens Dietmar Hopp marschierte Rangnicks Team von der Regionalliga durch in die Bundesliga.
Dabei griff Rangnick allerdings nicht auf abgehalfterte Stars zurück, sondern baute eine Mannschaft mit Perspektive auf. Im Schnitt dürften seine Spieler die jüngsten aller Bundesligisten sein. Gerade erst verpflichtete er Abwehrspieler Andreas Beck, 21, vom VfB Stuttgart für drei Millionen Euro. Neben dem Aufbau eines konkurrenzfähigen Kaders wurde auch die Infrastruktur des Dorfvereins professionalisiert. Ein Stadion für 30.000 Zuschauer wird im kommenden Winter fertiggestellt, das neue Trainingszentrum soll ein halbes Jahr später bezugsfähig sein.
Mit Rangnick kehrt ein echter Fußballexperte in die Bundesliga zurück. Seine Fachkompetenz brachte ihm bereits den ungeliebten Spitznamen „Professor“ ein. Sein Spielkonzept beschrieb er im „Kicker“ so: „Aggressives Pressing bei Ballbesitz des Gegners, an dem alle Spieler beteiligt sind. Und umgekehrt ein sehr stark und mit wenigen Ballkontakten nach vorne ausgerichtetes Spiel.“





