Es sind in erster Linie die Dimensionen, die Fred Rutten beeindruckt haben. „In Enschede wären zum ersten Training vielleicht 400 Zuschauer gekommen“, sagte der 45-jährige Niederländer, nachdem er seinen ersten Arbeitstag auf Schalke hinter sich gebracht hatte, wo 4000 Fans Spalier standen. Dabei konnten die Spieler den neuen Coach gleich kennenlernen: Als Gerald Asamaoh bei der Begrüßungsansprache die Hände in den Hosentaschen hatte, forderte Rutten ihn freundlich, aber bestimmt auf, dies zu unterlassen.
„Bestimmte Regeln muss es geben“, sagt Rutten. Er weiß, dass er nicht nur in Sachen Disziplin an Mirko Slomka gemessen wird. Sein Vorgänger hat die Schalker erst ins Halbfinale des Uefa-Pokals und anschließend ins Viertelfinale der Champions League geführt. „Slomka hat hier sehr gute Arbeit geleistet“, sagt Rutten, fügte aber an: „Der Abstand zur Tabellenspitze war gegen Ende der vergangenen Saison etwas groß.“
Ruttens Auftrag ist klar formuliert: Er muss zwar nicht Meister werden, aber dafür Sorge tragen, dass sich Schalke „in der Champions League etabliert“, wie es Manager Andreas Müller ausgedrückt hat. Außerdem sollen spielerische und strukturelle Fortschritte zu erkennen sein, wenn Ruttens Vertrag in zwei Jahren ausläuft. Keine unrealistischen Ziele, schließlich bekam Rutten mit dem peruanischen Nationalstürmer Jefferson Farfan und Orlando Engelaar zwei Millioneneinkäufe spendiert.




