Am Ende blieben für den Außenseiter nur lobende Worte. „Kompliment an Tennis Borussia, die haben mit Mann und Maus gekämpft“, sagte etwa Timo Rost, Kapitän von Energie Cottbus. Den Erfolg nahm jedoch der Fußball-Bundesligist mit in die Lausitz. Mit 0:3 (0:2) verlor der Berliner Oberligist sein Erstrundenspiel im DFB-Pokal. Und es war TeBe-Coach Thomas Herbst vorbehalten, die Partie richtig einzuordnen: „Wichtig war, dass die Mannschaft Selbstbewusstsein für die am nächsten Wochenende beginnende Oberliga-Saison tanken konnte. Ich denke, das ist ihr auch gelungen.“

Rund 3500 Zuschauer waren ins Mommsenstadion gekommen, gut 2000 hatten sich aus Cottbus auf den Weg nach Berlin gemacht. Wer sich auf eine spannende Partie gefreut hatte, der wurde jedoch enttäuscht. Ohne spielerisch zu glänzen, dominierte der Erstligist die erste Halbzeit. „Da waren wir sehr beweglich“, sagte Energie-Mittelfeldspieler Ervin Skela. Die Tennis Borussen mühten sich im Rahmen ihrer Möglichkeiten – und lagen bereits nach den ersten beiden gefährlichen Angriffen der Gäste 0:2 zurück. Bei beiden Gegentreffern machte Verteidiger Martin Neubert keine gute Figur.

Knapp 20 Minuten waren gespielt, als Neubert nach einer Flanke des Cottbusers Savo Pavicevic zu weit von seinem Gegenspieler Dimitar Rangelow stand. Der Bulgare ließ sich die ungewohnte Freiheit im Strafraum nicht nehmen – 0:1. Nur sieben Minuten später spekulierte Neubert lieber auf Abseits, statt weiterzuspielen. Branko Jelic bedankte sich mit dem zweiten Cottbuser Treffer. TeBe-Stürmer Michael Fuß sprach hinterher von „zwei unglücklichen Toren aus dem Nichts". Trainer Herbst sah sein Team „zweimal etwas unachtsam“.

Ausschreitungen im Cottbuser Fanblock

Kapitän Fuß selbst war es, der den Gastgebern zum Anschlusstreffer hätte verhelfen können, eine Kopfball-Chance blieb in der 70.Minute jedoch ungenutzt. Auch nach dem 0:3 durch Rangelow (72.) war es ein Fuß-Kopfball, den Energie-Torwart Gerhard Tremmel entschärfen musste (82.), der Ehrentreffer gelang jedoch nicht. „Eigentlich hätten wir ein Tor verdient gehabt“, sagte Fuß. TeBe-Torwart Marc Stillenmunkes sah es ähnlich: „Ich habe keinen großen Unterschied gesehen. Wenn uns das Anschlusstor gelingt, dann verläuft das Spiel ganz anders.“ So aber konnte der Favorit den Vorsprung locker verwalten. Energie-Coach Bojan Prasnikar: „Das war ein gutes Spiel, der Sieg war verdient.“ Überschattet wurde die Partie durch Ausschreitungen im Gäste-Fanblock auf der Gegengeraden. Einige Unverbesserliche lieferten sich Jagdszenen mit der Polizei, die das Geschehen schnell wieder unter Kontrolle hatte.

sto