Erleichterung machte sich breit, als die Uhr abgelaufen war. Der Druck schwand, die Gesichter der Spieler in den gelben Trikots fingen an zu strahlen. „Das war wichtig“, sagte Martin Hermannsson, „wir haben die ganze Zeit gekämpft.“ 40 Minuten lang hatte sich sein Team ein sehr intensives Match mit Ratiopharm Ulm geliefert und sich am Ende mit 96:88 (47:44) behauptet. „Wir haben Charakter gezeigt“, so der Kapitän.
Die Duelle zwischen den Berlinern und den Ulmern haben über die Jahre eine gewisse Brisanz entwickelt. Was aus Sicht von Alba keine schöne Sache ist. Denn in der Saison 2022/23 schied man nach drei Meistertiteln gleich im Viertelfinale gegen die Süddeutschen aus. Vergangene Spielzeit stoppte Ulm die Hauptstädter im Halbfinale des Pokals. Bittere Erlebnisse.
Alba war als Kellerteam eher der Außenseiter
Diesmal hatte auch die Partie in der Basketball-Bundesliga (BBL) eine doch eher überdurchschnittliche Bedeutung. Der Spitzenklub steckt in einem Tief, ging als Vorletzter in das Spiel gegen das Team aus Baden-Württemberg. Das wiederum kam als Tabellenführer nach Berlin, wo Alba zudem mit der Hypothek der siebten Niederlage im achten Euroleague-Spiel vom Donnerstag antrat. Und dem nächsten Rückschlag bezüglich der Verletzungsmisere.
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Denn in Belgrad hatte Malte Delow erstmals in dieser Saison gespielt. Er war umgeknickt, fehlte nun erneut. Ohne sechs Profis musste Trainer Israel Gonzalez auskommen, füllte den Kader mit Nachwuchskräften auf. Schwierige Vorzeichen für eine Partie, in der die so schlecht wie noch nie in die Bundesliga gestarteten Berliner alles daransetzen mussten, die Lücke zur Spitze nicht noch größer werden zu lassen.
Alba erwischt einen guten Start, doch es bleibt eng
Allein vom Korbverhältnis her betrachtet ging Alba sogar besser (+10) ins Spiel als die Ulmer (+6), was auf viele enge Matches der Kontrahenten hinweist. Auch diesmal war es eine Partie, in der die Führung oft wechselte. Zumindest ab dem zweiten Viertel. Alba war gut gestartet, traf gleich ordentlich und holte sich Sicherheit. Doch mit den ersten Wechseln wurde es schwieriger für die Berliner.
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Allerdings blieben sie bei der Sache. Zwar schlichen sich immer wieder Patzer ein, leichte Würfe wurden vergeben oder es wurde in der Defensive nicht konsequent genug gearbeitet. Insgesamt jedoch agierte das Team kämpferisch, zeigte großen Willen und konnte sich immer wieder mit guten Dreiern in Szene setzen. Ebenso funktionierte das Zusammenspiel recht gut, Alba sammelte viele Assists (26), viel mehr als Ulm (14).
Alba-Profis Hermannsson und Williams mit Double-Double
Die Gäste trafen dennoch ähnlich gut, waren stärker bei den Rebounds und spielten aggressiv. Das machte es dem Team von Gonzalez schwer, in dem neben Jonas Mattisseck (20 Punkte) und Hermannsson (11 Punkte, 11 Assists) auch Trevion Williams (23 Punkte, 11 Rebounds) gegen seinen alten Klub herausragte. Die Spannung und auch Albas großer Einsatz rissen die 8913 Zuschauer in der Uber Arena mit. Die Fans hatten schon vorher per Plakaten bekundet: „Egal wat auch passiert, du bist unser Verein.“
Viele hatten wohl mit der nächsten Niederlage gerechnet, doch die Berliner gaben alles, um diese zu verhindern. „Das ist die einzige Chance, wie wir gerade Spiele gewinnen können, mit ganz viel Energie“, sagte Louis Olinde. Das sollte auch Mut für die Euroleague geben, in der Dienstag Mailand zu Gast ist. Ein Team, das unter normalen Umständen schlagbar sein sollte. Doch nach normalen Maßstäben läuft gerade wenig bei Alba.




