In der Uber Arena riefen sie am Donnerstag zum Euroleague-Heimspiel von Alba Berlin den Halloween-Abend aus. Maskottchen Albatross hatte sich mit einem finsteren Kostüm verkleidet, in den Spielpausen wurde der Sound eines schaurigen Lachens eingespielt und anstelle der „Kiss Cam“ wurden Fans in der „Halloween Cam“ bei Einblendung auf dem Videowürfel aufgefordert, möglichst gruselig dreinzublicken.

Den Alba-Anhängern unter den 8356 Zuschauern fiel das angesichts der misslichen Lage des Berliner Basketball-Bundesligisten nicht allzu schwer, gegen Efes Istanbul setzte es per 70:86 (35:51) die sechste Pleite im siebten Spiel der europäischen Königsklasse. „Wir sind nicht in den Rhythmus gekommen und haben ihnen viel zu früh Selbstvertrauen gegeben“, sagte Kapitän Martin Hermannsson, „du kannst gegen ein gutes Team wie dieses nicht so viele Turnover hergeben.“

Alba Berlin muss gegen Istanbul auf sechs Spieler verzichten

Zur Ehrenrettung des Hauptstadtklubs muss dabei erwähnt werden, dass mit Matteo Spagnolo (erkrankt) die Ausfallliste vor der Partie auf sechs Spieler angewachsen war. Der Italiener musste zu den verletzten Matt Thomas, Jonas Mattisseck, Malte Delow und Yanni Wetzel hinzugezählt werden. Außerdem ist seit Dienstag Center Khaifa Koumadje suspendiert.

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Den Berlinern fehlte also mehr als eine komplette Mannschaft, sodass sie sich letztendlich mit einer Rotation von nur neun Spielern Istanbul entgegenstemmte. Der Euroleague-Champion von 2021 und 2022 hatte so keine große Mühe, die Berliner auseinander zu spielen.

Hermansson mit 24 Punkten der einzige kleine Lichtblick

Beim 31:37 (17. Minute) bestand aus Alba-Sicht zum letzten Mal so etwas wie Hoffnung, spätestens in der Schlussphase der ersten Hälfte machten sich dann aber endgültig die geringen Wechselmöglichkeiten bemerkbar. Am Dienstag, bei der knappen Niederlage gegen Paris, hatten Geschäftsführer Marco Baldi und Hermannsson noch die gute Energie gelobt.

An diesem Abend aber war selbst beim vorbildlichen Berliner Kapitän, immer mal wieder ein resignierendes Kopfschütteln zu beobachten, der mit 24 Punkten bester Alba-Werfer war und seinen Euroleage-Karrierebestwert einstellte. „Natürlich ist es frustrierend“, sagte Hermannsson, „es ist einfach Mist, nie ein Training mit allen zu haben und die Chance, besser zu werden. Ich hasse verlieren mehr als alles andere.“

Basketball-Weltmeister Justus Hollatz kommt bei Istanbul spät ins Spiel

Und dennoch war es eben, wenn überhaupt, der Berliner Spielmacher, der die wenigen süßen Momente aus Sicht der Gastgeber an diesem Abend bescherte. Ansonsten gab es von Istanbul eben nur Saures. Die türkischen Gäste waren so überlegen, dass sie in der Schlussphase sogar Basketball-Weltmeister Justus Hollatz zu seinem Saisondebüt in der Euroleague verhalfen. Der deutsche Point Guard ist in Instanbul nach aktuellem Stand der Dinge eigentlich nur der vierte Mann auf der Spielmacherposition.

Der Fokus der Berliner richtet sich derweil nun wieder auf die Bundesliga, wo die Spielzeit mit zwei Siegen aus fünf Spielen ja nur geringfügig besser gestartet war. „Wir dürfen in der BBL eigentlich keine Spiele verlieren“, sagte Hermannsson, „jetzt ist da für uns der Moment, Charakter zu zeigen. Wir können keine Ausreden mehr suchen.“ Am Sonntag gibt es in Bamberg (15 Uhr, Dyn) die Chance, diesen markigen Worten dann auch tatsächlich Taten folgen zu lassen.

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