Basketball

Alba Berlin kommt groß raus

Berliner überrumpeln Ludwigsburger Riesen und erobern Platz zwei der Basketball-Bundesliga. Im Pokal sehen sich beide Teams wieder.

Luke Sikma (r.) macht sich lang und nimmt Ludwigsburgs Dwayne Evans den Ball weg - und die Punkte mit nach Berlin

Luke Sikma (r.) macht sich lang und nimmt Ludwigsburgs Dwayne Evans den Ball weg - und die Punkte mit nach Berlin

Foto: Langer / Eibner-Pressefoto / imago/Eibner

Berlin.  Die Frage nach dem ersten Verfolger von Spitzenreiter Bayern München ist beantwortet. Alba Berlin überstand im Duell um Platz zwei der Basketball-Bundesliga bei den Ludwigsburger Riesen mehrere Krisen und entschied die Partie am Ende sogar noch souverän mit 86:67 (36:39) für sich.

„Wir wussten, dass es ein harter Kampf wird“, strahlte Youngster Tim Schneider (20), der seine neun Punkte per Dreier erzielte, „wir haben gut als Team zusammengespielt und einen wichtigen Sieg geholt.“

Durchhänger im zweiten Viertel

Alba verteidigte anfangs mit dem Biss, der zuvor beim 81:100 auf Gran Canaria gefehlt hatte, und suchte gegen die berüchtigt aggressive Ludwigsburger Verteidigung geduldig den besten Wurf. Wobei sich Luka Sikma, der wie Marius Grigonis auf 15 Punkte kam, erneut als Passgeber und Vollstrecker hervortat. Alba führte bald 18:6 (7. Minute), nach dem ersten Viertel 25:14. Die 4200 Zuschauer in der Ludwigsburger MHP-Arena staunten nicht schlecht.

Nach dem souveränen Auftakt bauten die Gäste jedoch ab. Ludwigsburg, jetzt aggressiver, erzwang im zweiten Viertel gleich neun der insgesamt 19 Berliner Ballverluste und war beim Rebound zunehmend überlegen. Nach einem Halbdistanzwurf von Thomas Walkup lag Alba erstmals zurück (36:37/19.).

„Genau so spielen die Ludwigsburger“, analysierte Marco Baldi den Einbruch seines Teams. „Sie brechen den Rhythmus der Gegner. Noch sei jedoch „alles im Rahmen“, fand Albas Geschäftsführer. Sein Team dürfe aber nicht mehr so viele Offensivrebounds des Gegners zulassen. Was nur teilweise gelang, aber keine Rolle mehr spielte.

Nach 26 Minuten war das Spitzenspiel entschieden

Denn Albas unmittelbare Auferstehung war noch erstaunlicher als der Durchhänger im zweiten Viertel. Grigonis, Peyton Siva und Schneider trafen im Minutentakt von außen, Sikma und Dennis Clifford aus Nahdistanz. Bereits nach 26 Minuten war das Spitzenspiel entschieden.

Alba führte 58:40, und die so gefürchtet heimstarken Hausherren kamen nie wieder ins Spiel. „Wir haben heute sehr viele Dinge richtig gemacht“, analysierte Trainer Aito Reneses zufrieden und sachlich.

Vermutlich nicht weniger hart als ihre Niederlage traf die Ludwigsburger am Abend die Auslosung der Qualifikationsspiele für das Top Four um den deutschen Basketball-Pokal in Ulm.

Denn dort treffen die Schwaben am 20. oder 21. Januar erneut auf Alba Berlin. Allerdings müssen sie dann in der Mercedes-Benz Arena antreten. Außerdem empfängt Bayern München Meister Bamberg, Medi Bayreuth muss nach Bonn oder Frankfurt.