Nicht, dass Alba an diesem Sonntag im Spitzenspiel der Basketball-Bundesliga bei den Ludwigsburger Riesen (15 Uhr, Telekomsport) chancenlos wäre. Aber vom Spielwitz und Elan, mit dem die Berliner zu Saisonbeginn begeisterten, sind sie aktuell doch ein gutes Stück weit entfernt. Was nachvollziehbar ist. Bei mindestens zwei Spielen pro Woche quer durch Europa sind die Ausfälle von Spencer Butterfield und Bogdan Radosavljevic nicht zu kompensieren. Seit vergangener Woche ist die Lage sogar noch düsterer. Youngster Bennet Hundt erlitt einen Mittelfußbruch und wird die kommenden sechs Wochen einen orthopädischen Schuh am rechten Fuß tragen. Womit er so ein wenig für das ganze Team steht: Alba humpelt.
Schwaben sind das Team der Stunde
Was schon am vergangenen Mittwoch beim 81:100 zum Auftakt der Top 16 des Eurocups bei Herbalife Gran Canaria zu sehen war. Die Ludwigsburger hingegen verdrängten zu gleicher Stunde die Berliner mit einem Sieg in Oldenburg von Platz zwei der Bundesligatabelle und sind das Team der Stunde. Mit einem Sieg könnte Alba die Schwaben seinerseits wieder überholen und erster Verfolger des Spitzenreiters FC Bayern werden. Das Duell kommt jedoch „zu keinem guten Moment“, gibt auch Sportdirektor Himar Ojeda zu.
Dabei weiß jeder in Albas Team, was bei der klaren Niederlage am Mittwoch fehlte. „Wir haben dort erst in der zweiten Halbzeit mit dem nötigen Biss gespielt“, erklärt Niels Giffey und sagt mit Blick auf die Verletztenliste: „Man kann auch mit einer Rotation von acht Spielern aggressiv spielen.“ Allerdings, und das ist nicht nur dem Kapitän klar, „nicht durchgängig alle zwei, drei Tage“. In Sachen Biss wird Ludwigsburg ganz sicher zum Wahrsager. Das Team spiele „mit großer Aggressivität die beste Verteidigung in der Liga“, weiß Coach Aito Reneses. „Sie zwingen ihren Gegnern damit auch ihren Rhythmus auf. Wir müssen versuchen, dass sie das mit uns nicht hinbekommen.“
Ojeda sucht schon einen neuen Spieler
Selbst, wenn das gelingt, führt nach der Verletzung Hundts wohl kaum noch ein Weg daran vorbei, zumindest einen neuen Spieler zu verpflichten. „Ja, wir suchen“, bestätigt Ojeda und zwar einen mit einem ganz besonderen Anforderungsprofil. „Er muss helfen können, die Ziele zu erreichen, die wir uns gesteckt haben“, erklärt Albas Sportdirektor. Gleichzeitig wollen er und der Klub aber ihrer Philosophie treu bleiben, die Mannschaft – bekanntermaßen die jüngste der Vereinsgeschichte – weiter zu entwickeln. Zugänge, die einen aus dem jetzigen Kader „für den Rest der Saison verdrängen würden, kommen nicht in Frage“.
Viel Zeit ist nicht. In der Liga-Pause wegen des All-Star-Games am kommenden Wochenende bliebe den Coaches mehr Zeit, den Neuen zu integrieren. Danach geht es im Drei-Tage-Rhythmus weiter. Erst bei Darüssafaka in Istanbul, dann in der Qualifikation zum Pokal-Top-4. Der Gegner wird an diesem Sonntagabend in Bamberg ausgelost.


