Basketball

Bei Alba zahlt sich die Investition in die Zukunft schon aus

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Theo Breiding

Foto: Maurizio Gambarini / picture alliance / Maurizio Gamb

Der 18-jährige Kresimir Nikic reüssiert als Ersatz für Bogdan Radosavljevic. Die Aufgaben im neuen Jahr werden jedoch nicht leichter.

Berlin.  Es gab am Mittwochabend, nach Albas 86:68 (51:31) gegen Retabet Bilbao im letzten Spiel der Hauptrunde des Eurocups, viel zu bereden. Nicht so sehr über das Spiel, sondern weil schon feststand, dass die Berliner in den Top 16 in Istanbul gleich mehrfach alte Bekannte wiedersehen würden. Zum einen gegen Darüssafaka, den Klub, den Albas ehemaliger Kapitän und Sportdirektor Mithat Demirel als General Manager in die europäische Spitze geführt hat. Zum anderen beim Duell gegen den Eurocup-Champion von 2016, Galatasaray. Dort führen zwei ehemaligen Berliner Spielmacher, Alex Renfroe (31) und Jordan Taylor (28), Regie.

„Das wird schwer“, sagte Alba-Geschäftsführer Marco Baldi dann auch wenig überraschend. Da wusste er jedoch noch nicht, dass sein Team schon am 2. Januar bei Herbalife Gran Canaria antreten wird, dem Heimatklub von Albas Sportdirektor Himar Ojeda, der zudem von 2014 bis 2016 von Albas Coach Aito Reneses trainiert wurde. Gran Canaria machte die Vierer-Gruppe erst weit nach Mitternacht komplett, unterlag Asvel Villeurbanne nach dreimaliger Verlängerung mit 128:129.

Coach Reneses kehrt an alte Wirkungsstätte zurück

„Ein unglaubliches Spiel“, erzählt Ojeda, der auf Gran Canaria mit der ganzen Familie Weihnachten feierte und dort bis zum Gastspiel seines Teams bleiben wird. Erst sah er Albas Sieg am Computer, dann den Krimi seines Ex-Klubs live in der Arena. Dort, wo Albas Trainer am Dienstag ganz sicher mit stehenden Ovationen empfangen wird.

„Aito hat den Klub 2015 ins Eurocup-Finale und 2016 ins Endspiel des spanischen Pokals geführt“, das seien Meilensteine gewesen, sagt Ojeda. Wie Baldi sieht auch er den Top 16 mit allergrößtem Respekt entgegen, denn die beiden Gegner aus der Türkei hätten „schon allein wegen ihrer finanziellen Möglichkeiten“ ohnehin Euroleague-Kaliber. Alba wird Galatasaray am 10. Januar in Berlin empfangen und Demirels Darüssafaka am 17. Januar besuchen. Die Rückspiele sind vorläufig für den 24. und 30. Januar sowie den
7. Februar geplant.

An diesem Freitag (18 Uhr, Mercedes-Benz Arena), 46 Stunden nach dem Bilbao-Spiel, ist allerdings zuvor noch Braunschweig in der Bundesliga zu Gast und in diesem Rhythmus, der kaum Zeit zur Regeneration lässt, wird es vorerst weiter gehen. Was den Blick nach vorn eher trübt. Spencer Butterfield und Bogdan Radosavljevic werden wegen lädierter Sprunggelenke wohl noch bis Mitte Januar fehlen.

Dreier-Experte Butterfield droht längere Pause

Bei Butterfield, der im Eurocup bislang überragende 46,5 Prozent seiner Dreier traf und 12,7 Punkte pro Partie besteuerte, ist die Prognose sogar so „schwierig“ (Baldi), dass man nicht gänzlich ausschließt, sich noch einmal zu verstärken. „Konkrete Pläne gibt es im Moment jedoch nicht“ ergänzt Ojeda, der den Transfermarkt ohnehin permanent beobachtet.

Für Radosavljevic sprang gegen Bilbao Kresimir Nikic ein. Zur Erinnerung: Der Kroate, 18 Jahre alt und 2,15 Meter groß, wurde im Sommer von Alba als eines der größten Talente Europas für fünf Jahre verpflichtet, als Investition in die Zukunft. Obwohl es ihm noch an Physis fehlt, hielt Nikic bei seinem ersten wirklichen Einsatz für Alba (13:02 Minuten, drei Punkte, drei Rebounds) vielversprechend dagegen.

„Das ist zwar Schwerstarbeit, aber ich freue mich riesig, dass mir der Coach das Vertrauen schenkt“, strahlte der Youngster. Und es spricht vieles dafür, dass es dabei bleibt. Gegen Bilbao bot Reneses mit ihm, Bennet Hundt, Stefan Peno und Tim Schneider vier Spieler auf, die 20 Jahre oder jünger waren – alle kamen zum Einsatz.