Basketball

Alba stehen bis zum Play-off unruhige Wochen bevor

Die Niederlage gegen Oldenburg war nicht eingeplant: Alba gerät wegen seiner Verletzten in Schwierigkeiten.

Sasa Obradovic hat zurzeit keinen leichten Job

Sasa Obradovic hat zurzeit keinen leichten Job

Foto: Peter Kneffel / dpa

Berlin.  Bei einer 93:95-Niederlage nach Verlängerung wie der von Alba Berlin gegen die Baskets aus Oldenburg helfen die Fakten bei der Ursachenforschung nur bedingt. Alba hat 73 Mal und damit zwölf Mal mehr auf den gegnerischen Korb geworfen als die Gäste, aber schlechter getroffen und auch das Rebound-Duell mit 37:42 verloren. Dafür hatten die Berliner lediglich fünf Ballverluste und Oldenburg zwölf. Ein Dreier, der auf dem Ring tanzte und doch nicht fiel, ein Fehlwurf, der glücklich in den Händen der Gäste landete – die Niederlage könnte man mit beliebig vielen Momentaufnahmen erklären.

Beim Pokalturnier ging es genau andersherum

Wie übrigens auch Albas Siege vor nicht allzu langer Zeit beim Pokal-Top-4, wo das Pendel gleich zweimal erst kurz vor der Schlusssirene in Richtung der Berliner ausschlug, den Titel brachte und den Gegnern den Frust. Am Sonnabend nun hat es Alba in der Mercedes-Benz Arena nach großem Kampf und in einem dramatischen Finish erwischt.

„Natürlich war ich enttäuscht, denn das war noch mal eine realistische Chance, den Sprung auf Platz drei der Tabelle in Angriff zu nehmen“, sagt Geschäftsführer Marco Baldi. „Und ich verliere zu Hause nur ungern, auch wenn es ein Spiel auf hohem Niveau gegen ein Topteam wie Oldenburg ist.“

Der wichtige vierte Platz ist fast schon außer Reichweite

Oldenburg war als Tabellendritter angereist, mit zwei Siegen Vorsprung vor den Berlinern. Und nach der Niederlage gegen die Baskets muss Alba jetzt in den verbleibenden acht Spielen bis zum Play-off-Start auf heftige Ausrutscher der Konkurrenz (FC Bayern, Oldenburg, Ludwigsburg, Frankfurt) hoffen, um zumindest noch Platz vier zu erreichen, der im Viertelfinale das Heimrecht brächte. Voraussetzung wäre zeitgleich natürlich eine Erfolgsserie des Teams von Trainer Sasa Obradovic, eine, wie sie Oldenburg in Berlin gerade ausgebaut hat.

Die Baskets feierten gegen Alba den achten Bundesliga-Sieg in Folge, und Baldi sah bei den Oldenburgern schon eine Art „Gewinner-Mentalität“, die gerade in der Verlängerung gegen sein Team mit den Ausschlag gegeben hatte. Und es gehe genau darum, eine solch breite Brust in den kommenden Wochen aufzubauen. „Mit dem Gefühl, dass wir jeden schlagen, aber auch schon mal gegen jeden verlieren können, dürfen wir nicht in das Play-off gehen.“

Giffey, Akpinar, Lowery kehren bald zurück

Unruhige Wochen stünden seinem Team bevor, sagt Baldi, ein Umstand, der auch Coach Obradovic bewegt: Niels Giffey, Ismet Akpinar und Rob Lowery werden nach ihren Verletzungen peu à peu ins Team zurückkehren. Zudem gilt es, weiter den 21-jährigen Brandon Ashley zu integrieren, der in seinen ersten drei Spielen andeutete, dass er ein Faktor in Albas Spiel werden kann. „Das alles müssen wir zu einem Team zusammen bringen und gleichzeitig Ergebnisse liefern und Spiele gewinnen“, sagt Baldi. „Die Sieger-Mentalität kommt nicht, wenn man auf einen Knopf drückt, sondern, wenn man gemeinsam Schwierigkeiten überwindet. Und wir haben Schwierigkeiten.“

Die Obradovic schon vor dem Spiel gegen Oldenburg zum Thema machte. Die Spieler aus Albas Jugend, mit denen er das Training aufstockt, gäben zwar alles, aber abgezockte Routiniers zu simulieren, wie sie die Oldenburger hätten, könnten sie eben nicht. Dass er darauf brennt, eine Mannschaft ins Play-off zu führen, die Bäume ausreißt, weiß jeder, der Obradovic kennt. Wie sein Team „aussehen wird, wenn alle wieder da sind“, wisse er aber jetzt noch nicht. Da trifft es sich gut, dass vorerst konkretere Aufgaben auf ihn und seine Mannschaft warten. Am Ostersonntag (17 Uhr) ist Phoenix Hagen in der Mercedes-Benz Arena zu Gast. Da kann und soll die Mission „Breite Brust“ beginnen.