Basketball

Brandon Ashley ist bei Alba schnell angekommen

Wie sich der Zugang bei Berlins Basketball-Bundesligisten gleich in die Herzen der Fans gespielt hat. Weitere Integration muss folgen.

Bad in der Menge nach dem Sieg gegen die BG Göttingen: Brandon Ashley überzeugte mit acht Punkten und elf Rebounds

Bad in der Menge nach dem Sieg gegen die BG Göttingen: Brandon Ashley überzeugte mit acht Punkten und elf Rebounds

Foto: imago sportfotodienst / imago/Camera 4

Berlin.  Erst stand Brandon Ashley nach Spielende etwas verloren auf dem Feld, dann hatte er verstanden – und reihte sich als Vorletzter in die Schlange der Alba-Spieler ein, die sich nach dem 84:66 gegen die BG Göttingen auf die Ehrenrunde begaben. Abklatschen mit den Fans, ein paar Worte mit den Anhängern, bei denen der Neue im Trikot des Basketball-Bundesligisten gleich sehr gut angekommen war. Kein Wunder bei acht Punkten und elf Rebounds in 14 Minuten Einsatzzeit.

„Das ist ja eine tolle Atmosphäre hier“, sagte der 21-Jährige in einer Mischung aus Freude und Erstaunen. Er habe in der Mercedes-Benz Arena das Gefühl gehabt, „als wenn man zu Hause ist“.

Er ist schnell angekommen, der junge Mann, dessen Verpflichtung Alba am vergangenen Montag bekanntgegeben hatte. Lediglich zweimal hatte er mit seiner neuen Mannschaft trainiert. „Er hat eine gute Leistung gezeigt“, sagte sein strenger Trainer Sasa Obradovic. „Aber seine Zeit zum Integrieren wird dauern“, schränkte der Serbe gleich ein.

Der US-Amerikaner zeigte gleich, was er alles kann

„Man hat seine Anlagen gesehen“, ergänzte Geschäftsführer Marco Baldi. Doch: „Man kann sich jetzt noch nicht ansatzweise ein Urteil erlauben.“ Baldi, für den Realismus Prinzip ist, merkte auch noch an: „Es war ein dankbarer Auftakt für ihn. Er wird schnell merken, dass in der Liga noch viel physischer gespielt wird, als das die Göttinger getan haben.“ Elmedin Kikanovic, gegen Göttingen mit 20 Punkten bester Werfer der Berliner, war sich schon mal sicher: „Er wird von Spiel zu Spiel bestimmt noch stärker.“

Zumindest zeigte der US-Amerikaner eine breite Palette: Korbleger, Dunking, Freiwürfe, Rebounds, Schnelligkeit, Sprungkraft, Spielverständnis.

Das Gesamtpaket stimmt. Himar Ojeda, Albas neuer Sportdirektor, scheint mit seiner ersten Personalie in Berlin gut zu liegen. Zuvor war der Spanier für das internationale Scouting beim NBA-Klub Atlanta Hawks zuständig gewesen. In der Summerleague 2015 spielte Ashley für Atlanta. „Er hat mir gleich gefallen“, erzählte Ojeda. Ashley gab zu, „ein bisschen nervös“ gewesen zu sein. Ob er sich gewundert habe, dass ihn sein Coach schon im ersten Viertel und insgesamt 14:15 Minuten eingesetzt habe, wurde er gefragt. Da musste er lächeln: „Wissen Sie, ich hatte mir überhaupt nichts vorgestellt.“

In Kürze steht das Comeback von Nationalspieler Giffey an

Das Spiel gegen Göttingen stellte für Alba eine Zäsur dar. Nicht, weil jetzt Ashley den nach Israel zurückgekehrten Mitchell Watt ersetzt hat. Nach bisher 45 Pflichtspielen in drei Wettbewerben (Bundesliga, Pokal, Eurocup) beginnt nun die Zeit, in der das Berliner Team lediglich einmal pro Woche und nur in der Liga spielen muss. „Jetzt können wir wieder besser trainieren und uns vorbereiten“, freute sich Trainer Sasa Obradovic.

Baldi glaubt sogar, „dass sich etwas Neues bildet. Man muss wieder alles zusammenbringen“. Nicht nur Ashley ist neu, in Niels Giffey kommt ein seit Monaten wegen einer Fußentzündung Fehlender in Kürze zurück. Und in ein paar Wochen wird auch der am Fuß verletzte Rob Lowery wieder einsatzbereit sein. Da wird einiges durchein­andergewirbelt.

Der Konkurrenzkampf wird zunehmen beim Pokalsieger. Bei Alba hoffen sie, dass daraus dann neue Energie entspringt.