BBL-Pokal

Alba Berlin zieht souverän ins Top Four ein

Die Berliner setzen sich am Sonnabend in der Qualifikationsrunde gegen Aufsteiger s.Oliver Baskets Würzburg mit 102:73 (56:36) durch.

Robert Lowery war ein viel gefragter Mann. Zuerst musste der neue Spieler von Alba Berlin ein Interview im Fernsehen geben. Anschließend ging es weiter zum Fantalk, wo sich die treuesten Zuschauer des Berliner Basketballteams auf den Mann mit den langen Rasta-Locken freuten. Natürlich musste auch Trainer Sasa Obradovic erklären, wie ihm sein neuer Mann gefallen habe. „Er sucht noch seine Position“, antwortete der Serbe, „aber er hat gut verteidigt, und er ist einer der schnellsten Spieler dieser Liga. Aus meiner Sicht hat er einen guten Job gemacht.“

Die gesamte Mannschaft hat einen sehr guten Job gemacht, Alba hat ein weiteres Saisonziel erreicht. Der achtmalige Cupsieger ist eine von vier Mannschaften, die am 21. und 22. Februar in München den deutschen Pokalsieger 2016 ausspielen. Die Berliner bezwangen den Bundesliga-Aufsteiger Baskets Würzburg daheim mit 102:73 (56:36). Bayern München ist als Gastgeber des Top Four direkt qualifiziert. Die anderen Teilnehmer werden an diesem Sonntag in den Duellen zwischen Ludwigsburg und Bamberg sowie Frankfurt und Oldenburg ermittelt.

Aller Augen waren in der Mercedes-Benz Arena zunächst auf den 28-jährigen Lowery gerichtet. Am vergangenen Dienstag hatte ihn Alba verpflichtet. Der Amerikaner vom griechischen Erstligisten Nea Kifissia soll die Berliner Not auf den kleinen Positionen lindern, wo mit Niels Giffey (Fußverletzung) und Jordan Taylor (Hand) zwei Leistungsträger noch eine Weile fehlen. Lowery musste nur knapp fünf Minuten auf seinen Einsatz warten, am Ende hatte er fast 20 Minuten mitgewirkt. Seine schwache Wurfquote von einem Treffer bei neun Versuchen fiel aus dem Rahmen, aber er steuerte doch gleich sechs Korbvorlagen zum Erfolg bei. Und als er endlich zum ersten Mal getroffen hatte, da zelebrierte er diesen Erfolg gemeinsam mit den lediglich 6123 Zuschauern. „Ich danke meinem Team und den Fans“, sagte er anschließend artig.

Alba setzte Würzburg von Anfang an mit kompromissloser Verteidigung unter Druck. Und wie das oft ist: Dann lief es auch im Angriff wie geschmiert. Hatte wirklich dieselbe Mannschaft vor einer Woche in Braunschweig 43:46 verloren? Kaum zu glauben angesichts der Treffsicherheit, die Dreier fielen in Serie in den Würzburger Korb, und es war ganz egal, wer sich versuchte. 13:2 nach vier Minuten und von da an nur ein Ziel: Den Vorsprung nicht verwalten, sondern immer höher werden lassen. 61 Prozent Feldwurfquote, dazu ein Reboundverhältnis von 44:21 – so lassen sich Basketballspiele gewinnen. Sogar die selten gewordenen Fastbreaks wurden wieder geboten. Ein Feier-Abend.

Mit vielen Helden. Elmedin Kikanovic (16 Punkte), Dragan Milosavljevic (15). Mitchell Watt (10) wegen seiner Dunkings und eines herrlichen Alley-oops. Und Ismet Akpinar (15 Punkte), der eine starke Vorstellung bot und die Zähler 99 und 100 beisteuerte. „Wir haben den Ball sehr gut bewegt, sehr uneigennützig gespielt“, sagte er, „und wir haben einfach nicht aufgehört.“ Auf diese Art lassen sich gewiss auch noch andere Saisonziele erreichen.