Nach so einem Spiel, nach so einem Sieg sind Nörgler nicht willkommen. Einige Ballverluste zu viel – na und? Ein Mitchell Watt, der nicht den Weg ins Team von Alba Berlin zu finden scheint – tja, schade! Ein Dragan Milosavljevic, der seine Wurfsicherheit sucht – wird schon wieder.
Kapitän Alex King so stolz wie erleichtert
Was wirklich zählte nach dem 95:82 bei den Frankfurt Skyliners, war das gute Gefühl, einen ebenbürtigen, zähen Konkurrenten in einem Basketballspiel auf hohem Niveau niedergerungen zu haben. „Wir konnten Selbstvertrauen aufbauen für die schweren Spiele, die wir vor uns haben“, sagte Kapitän Alex King so stolz wie erleichtert. Und Unsicherheit abschütteln, die sich nach fünf Niederlagen ausgebreitet hatte.
Am Mittwoch (21 Uhr, RBB-Livestream) wartet mit Herbalife Gran Canaria der nächste Brocken. „Es ist gut, dass wir gegen eine physische Mannschaft wie Frankfurt gewonnen haben“, sagte King, „denn solch eine hohe Intensität wird auch Gran Canaria zeigen.“ Vermutlich sogar verbunden mit noch mehr Qualität. Das Team aus dem Atlantik spielt national wie europäisch eine starke Saison.
Spanier sind schon für nächste Runde qualifiziert
Unbeirrt, trotz des Ausfalls seines US-amerikanischen Stars Kyle Kuric. Bei dem 26-jährigen Vater von Zwillingen wurde auf der Reise zum Hinspiel in Berlin ein Hirntumor entdeckt. Gran Canaria belegt auch ohne ihn in der spanischen ACB Platz fünf und ist im Eurocup bereits für die nächste Runde qualifiziert.
Diesen Schritt will Alba nachvollziehen. Doch was vor drei Wochen noch wie selbstverständlich aussah, ist drei Niederlagen später arg gefährdet. Bei Herbalife stehen die Berliner unter Druck. „Wir wissen, es wird schwer, und wir müssen uns sehr konzentrieren“, sagt King, „aber das ist gut für uns. Ein Sieg reicht, wir wollen den Sack jetzt zumachen.“
Probleme mit der harten Verteidigung deutscher Teams
Zumal die Spanier mit der rustikalen Spielweise deutscher Teams Probleme haben: In Ludwigsburg und Berlin kassierten sie ihre einzigen Niederlagen. Und die Berliner haben ja gerade ein starkes Stück von körperbetontem Spiel abgeliefert. Aus Frankfurt reisten sie Montag gleich weiter ins Urlaubsparadies. Ohne Sonnencreme, aber mit viel neuer Zuversicht.





