Basketball

Alba bekommt gegen Bayern einen Freifahrtschein

Gegen den FC Bayern muss Albas Team beweisen, dass es eine Spitzenmannschaft bezwingen kann. Von Druck will Coach Obradovic aber nichts wissen

Albas Niels Giffey (Mitte) weiß, dass es gegen Bayern um mehr als zwei Punkte geht

Albas Niels Giffey (Mitte) weiß, dass es gegen Bayern um mehr als zwei Punkte geht

Foto: Stefan Matzke / picture alliance / sampics / Ste

Berlin.  Vorfreude, sagt Albas Niels Giffey, sei nicht das richtige Wort. Sicher, die Stimmung in der Mercedes-Benz-Arena wird am Sonntag (17 Uhr) überwältigend sein, schließlich waren schon am Donnerstag mehr als 12.000 Tickets verkauft. Aber die Erinnerungen, die mit Gegner Bayern München verknüpft sind, sind nun mal keine positiven.

Das verlorene Play-off-Halbfinale der Vorsaison, die Finalniederlage 2014; von den zahlreichen Alba-Spielern, die in den vergangenen Jahren an die Isar gelockt wurden, ganz zu schweigen.

Es geht auch um den Heimvorteil im Play-off

Der Letzte, der das Lager gewechselt hat, ist Aufbauspieler Alex Renfroe. „Ich freue mich auf das Wiedersehen“, sagt Albas Akeem Vargas, „er ist ein guter Kumpel.“ Viel Raum für freundschaftliche Plaudereien wird allerdings nicht bleiben. Denn auch wenn die Saison noch jung ist: Die Duelle unter den „großen Drei“, Berlin, Bayern und Bamberg, sind von immenser Bedeutung.

„Am Ende wird es eines der ausschlaggebenden Spiele sein, wenn es darum geht, wer in der Bundesliga ganz oben steht“, sagt Giffey. Platz eins sichert bekanntlich den Heimvorteil im Play-off. Gewinnt Alba am Sonntag, beträgt der Vorsprung auf den Rivalen sechs Punkte.

Sasa Obradovic will sich mit derartigen Rechenspielen nicht beschäftigen. „Eine Niederlage gegen Bayern tut nicht weh“, sagt Albas Coach. Wichtiger sei, wie sich seine neu zusammengestellte Mannschaft gegen ein Topteam präsentiere.

Bayern kämpft mit hoher Euroleague-Belastung

Der Respekt vor den Bayern ist groß. „Sie haben sich auf jeden Fall verbessert“, sagt Vargas mit Blick auf K.C. Rivers (kam von Real Madrid), den zurückgekehrten Center Deon Thompson und Renfroe. Trotzdem zeigten die Münchner zuletzt zwei Gesichter. Auf eine knapp verpasste Sensation bei Real Madrid folgten Niederlagen in Frankfurt und am Donnerstag gegen das Spitzenteam Roter Stern Belgrad.

„Sie haben durch die Euroleague eine unfassbar hohe Belastung“, sagt Vargas. Dadurch, dass die Berliner in dieser Saison im Eurocup spielen, können sie einen Tag länger regenerieren. „Das ist vielleicht ein kleiner Vorteil“, meint Giffey. Ein Funken von Vorfreude war in seinem Gesicht dann doch noch auszumachen.